Vladimir Biti: Opfernarrative als Gründungsmythen

8. Januar 2015 | Von | Kategorie: Kulturwissenschaft, Slavische Philologie, Vortragsreihe

Opfernarrative sind ein festes Bestandteil vieler Gründungsmythen. Als Katalysatoren der Solidarisierung und Einigung einer menschlichen Gemeinschaft erfüllen sie eine wichtige Funktion im Prozess der kollektiven, besonders der nationalen, Identitätsbildung. Wie schlägt sich ihre kulturelle Mission in der Literatur nieder? Auf welche Weise verändern sie die vorgegebene geschichtliche Realität, um ihrer Aufgabe der gesellschaftlichen Einigung gerecht zu werden? Diese Fragen erörtert Vladimir Biti am Beispiel der serbischen epischen Dichtung des Kosovozyklus sowie der Darstellungen der Zrinski-Frankopan-Verschwörung in Kroatien.

Prof. Dr. Vladimir Biti ist Professor für Südslavische Literaturen und Kulturen an der Universität Wien. Er ist der Autor des monumentalen „Handbuchs gegenwärtiger Begriffe der Literatur- und Kulturtheorie“ (dt. 2001).

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