Offener Brief an Gabriele Krone-Schmalz zur Frage, wie man Russland verstehen kann

2. März 2015 | Von | Kategorie: Offener Brief, Rezensionen

Sehr geehrte Frau Krone-Schmalz,

Sie haben ein Buch publiziert mit dem schönen Titel Russland verstehen*1 .

Ich bin seit der Aufnahme meines Slavistik-Studiums 1978 bis zum heutigen Tag, als Professor für Slavische Philologie an der Universität Göttingen jemand, den man einen Russland-Versteher nennen könnte. Viele Monate meines Lebens habe ich in Moskau, Petersburg und der russischen Provinz verbracht, ich publiziere inzwischen fast nur noch auf Russisch, zu Kolleginnen und Kollegen von 20 verschiedenen Universitäten von Petersburg bis Cheljabinsk unterhalte ich nicht nur kollegiale, sondern auch freundschaftliche Beziehungen. Meine Liebe zu Russland wurde geboren aus der Liebe zur russischen Literatur, dieser in der welt einmaligen Kombination tiefen Nachdenkens mit artistischer Virtuosität. Und gerade weil ich Russland liebe, lassen mich die Ereignisse seit der Annektion der Krim nicht mehr ruhig schlafen. Diese Ereignisse und die mediale Begleitmusik dazu aus den staatlichen Medien der Russischen Föderation fügen mir einen geradezu physischen Schmerz zu. Sie als Russland-Kennerin unter den Medienwissenschaftlern haben doch sicherlich die offizielle russische Berichterstattung zur Ukraine verfolgt. Ich frage Sie – was gibt es da zu verstehen? Selbst wenn man sich in Bezug auf die Ursachen des Krieges streng um Neutralität bemüht, selbst wenn man realpolitisch von Interessen und Einflussphären und nicht von Demokratie und Menschenrechten spricht – selbst dann ist diese Berichterstattung absolut unerträglich, geradezu abstoßend. Ich war in der Brezhnev-Zeit ein Jahr lang als Doktorand in Moskau, ich weiß, was sowjetische Propaganda war, doch sie reichte nicht im entferntesten an dieses Gemisch von Lügen und Hetze heran, das, welcher Meinung sie auch immer zur Ukraine sind, meine Gesprächspartner in Russland auch durchweg ablehnen. Warum macht Sie als Medienwissenschaftlerin das nicht nachdenklich? Warum ruft das nicht Ihre Empörung als Journalistin hervor? Sprechen Sie darüber in ihren medienwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen? Und vor allem: macht Sie das nicht nachdenklich in bezug auf das, was man als „Verstehen“ Russlands bezeichnen könnte?

Ich kenne die Seelenlage der Menschen in Russland sehr gut, berufsbedingt natürlich vor allem der russischen Intelligenzia. Tatsächlich stimmen viele von ihnen nicht in die vehemente Kritik des Westens an Putins Politik ein. Doch nicht aus Solidarität mit der Regierung. Kennen Sie das nicht, dieses charakteristische russische Lebensgefühl, diese Mischung aus Resignation, Angst und Konzentration auf die Alltagsdinge? Dieses reflexhafte Wegschauen von der politischen Bühne? „Lies nicht soviel Zeitung“, raten mir meine russischen Freunde, wenn ich ihnen schreibe, wie sehr mich der Krieg Russlands gegen die Ukraine seelisch belastet. Nicht Putin, sondern diese Haltung zu verstehen heißt Russland verstehen! Und diese Haltung spielt einer politischen Führung in die Hände, die, da vom Volk gewählt, in einer repräsentativen Demokratie, im Namen dieses Volkes agiert. „In eurem Namen wird in der Ukraine getötet“, schreibe ich meinen russischen Freunden, doch wie Sie genauso wissen wie ich, sieht man als Russe sein Verhältnis zur Obrigkeit anders. Sie ist ihm auferlegt, wie ein unvermeidliches Übel. Diese Haltung kannten wir als Haltung des Sowjetmenschen, und wir hatten die Illusion, sie würde sich nach dem Ende der Sowjetunion wandeln. Bürgerrechte, Bürgerbeteiligung, Übernahme persönlicher Verantwortung, soziale Eigeninitiative, all das konnte sich auch nach dem Ende der Sowjetunion kaum entwickeln. Umso erstaunlicher ist die jüngste Entwicklung der Ukraine, die Majdan-Bewegung. Blutete Ihnen nicht das journalistische Herz, wenn die Aktivisten für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft auf dem Majdan in Moskau als vom Westen gesteuerte faschistische Banden verunglimpft wurden?

Sie und ich, wir versuchen beide, Russland zu verstehen. Wenn wir dabei zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, dann liegt das nicht am unterschiedlichem Informationsstand oder an einem unterschiedlichen politischen Hintergrund. Es liegt daran, wem wir jeweils unsere Empathie schenken, dem russischen Volk oder der politischen Führung im Kreml. Doch versuchen wir das aus meiner Sicht eigentlich Unstatthafte, versuchen wir uns sogar in die politische Führung Russlands einzufühlen. Hier wird am häufigsten das Argument der Einkreisungsängste angeführt. Und das Argument, der Westen habe „den kalten Krieg gewonnen“, weil Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion schwach gewesen sei, jetzt aber kehre es zu alter Stärke zurück und beansprucht seine alte Einflusssphäre zurück. Ja, auch Frankreich hatte seine Probleme mit dem Zerfall seines Kolonialreiches und führte in Algerien Krieg. Wie stehen Sie als Historikerin zum Algerienkrieg? War es ein gerechter oder zu rechtfertigender Krieg?

In einem Punkt gebe ich Putin recht. Ja, der Westen hat den kalten Krieg gewonnen. Dies geschah aus zwei Gründen. Zum einen hat das Modell einer multinationalen Union der sozialistischen Sowjetrepubliken nie wirklich funktioniert. Natürlich wurde Russland als Kolonialmacht, als Fremdherrschaft empfunden. Wenn eine solche Macht Schwäche zeigt, nutzen die kolonialisierten Völker die Gelegenheit und steigen aus. Das Problem ist nur – wie schütze ich mich dann vor dem Zugriff der möglicherweise wiedererstarkenden Kolonialmacht? Ich muss mir starke Verbündete suchen. Polen suchte und fand zwischen 1918 und 1939 England und Frankreich, die Tschechoslowakei, 1938 im Stich gelassen von Frankreich und England, fand die Vereinigten Staaten von Amerika. Die „Satelliten“ und Unionsrepubliken der Sowjetunion fanden die NATO. Wer aber niemanden fand, der ist jetzt verraten und verkauft. Kann es ein stärkeres Argument für die NATO geben? Oder sehen Sie das transatlantische Bündnis als Zwangsgemeinschaft unter der Fuchtel der USA? Warum hat dann nie jemand versucht, aus ihr auszutreten, nicht einmal der selbstbewusste De Gaulle? Nicht einmal die Erdogan-Türkei? Das ist doch merkwürdig!

Der Westen hat den kalten Krieg aber noch aus einem anderen Grund gewonnen. Neben den beiden „hard powers“ Ökonomie und Militär, über die ein Staat verfügen kann, gibt es noch eine „soft power“, die Attraktivität, deren Gewicht, so der Harvard-Politologe Joseph S. Nye, meist unterschätzt wird. Russland hat einfach kein attraktives Gesellschaftsmodell, deshalb kam im Regionalparlament der ethnisch ja tatsächlich ganz überwiegend russischen Krim  die Partei, die offen den Anschluss an Russland propagierte, vor dem Staatsstreich, bei dem sie die Macht übernahm, auf ganze 5% der Stimmen. Auch viele ethnische Russen in Estland und Lettland sind mit dem Gesellschaftsmodell der EU ganz zufrieden und haben keine Lust auf Repatriierung, selbst wenn es ihren ökonomisch zum Teil schlechter geht als in der Sowjetunion. Russen sind pragmatischer, als unser Klischee von der russischen Seele es wahrhaben möchte. Natürlich fühlen sich die Menschen im Donbass Russland kulturell näher als der Westukraine, aber wenn die Ukraine tatsächlich die Chance hat, sich zu einer funktionierenden Demokratie mit eingedämmter Korruption zu entwickeln – würden sie trotzdem gehen wollen? Oder reicht ihnen für ihre russische Seele nicht Russen-Pop und russischsprachiges Fernsehen – was sie auch ohne Anschluss haben können? Die Ukraine war kein Pulverfass. Wie in Russland waren die Menschen in der Ostukraine auf ihre Alltagsprobleme fixiert und wollten mit Politik nichts zu tun haben. Ihnen war egal, ob sie zur Ukraine oder zu Russland gehören. Und jetzt sind sie plötzlich bereit, mit Waffengewalt dafür zu kämpfen? Das kommt sicherlich nicht vom Russen-Pop. Da geht es nämlich immer nur um Liebe.

Frau Krone-Schmalz, mein Beruf dient wie der Ihre der Vermittlung, dem Verstehen, dem Dialog. Und als glühender Verehrer der russischen Kultur kann ich nur sagen: von dieser politischen Führung in Russland werden alle Ideale dieser Kultur in den Schmutz getreten – Tolstojs Pazifismus, Dostoevskijs Verantwortungsgefühl, Čechovs Aufrichtigkeit, Puškins Europäismus, Turgenevs Solidarität mit den kleinen Leuten, Gogol’s Moralismus… Angesichts des aktuellen Zynismus im Kreml war mir selbst die Sowjetideologie sympathischer. Großrussischen Nationalismus und gekränkte Großmachtattitüde kann ich hier niemandem vermitteln und will es auch nicht. Russland steht für mich für andere Werte. Diese Werte zu propagieren, das und nur das heißt für mich Russland verstehen. Sind Sie da wirklich anderer Meinung?

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias Freise


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Der Blog-Administrator

  1. Gabriele Krone- Schmalz: Russland verstehen. Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens. C. H. Beck, München 2015. []

101 Kommentare auf "Offener Brief an Gabriele Krone-Schmalz zur Frage, wie man Russland verstehen kann"

  1. Ingrid sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Freise,
    ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren Artikel. Er spricht mir voll aus dem Herzen.
    Auch ich bin über viele Jahrzehnte sehr eng mit Russland verbunden. Ich bin Dolmetscherin, habe in Moskau studiert und viele Jahre im Gebiet Perm gelebt. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich den neuen viel diskutierten russischen Film „Leviathan“, der zurzeit auch in deutschen Kinos läuft, für Übertreibung gehalten. Er zeichnet ein Russlandbild, wie es tatsächlich heute noch ist. Korruption und Suff lassen sich kaum den Amerikanern in die Schuhe schieben, sondern sind ureigenste Probleme.
    Einigen, die in diesem Forum so auf ihre Hochschulbildung pochen und sich einbilden, nur sie kennen Russland wirklich, möchte ich sagen: Bildung lässt sich nicht an Universitäten erwerben. Es gibt Herzensbildung, gegenseitige Achtung und Respekt, wovon auf Russlands Straßen gegenwärtig rein gar nichts zu spüren ist, oder was vielleicht nie da war. Es herrscht Hysterie. Was ist das für ein Land, in dem der Kommentator des 1. Fernsehprogramms Dmitri Kiselev am 16.3.14 ungestraft (da ja Sprachrohr des Kreml) verbreitet, Russland sei das einzige Land der Welt, „das in der Lage ist, Amerika in radioaktive Asche zu verwandeln“?
    Was ist das für ein Land, in dem Andersdenkende umgebracht oder in Arbeitslager gesteckt werden?
    Und welche Rolle spielt eigentlich die orthodoxe Kirche? Erinnert der Rolex-tragende Patriarch seine Schäfchen (auch den vom KGB-Mann zum Christen geläuterten Putin) daran, dass es zehn Gebote gibt, dass man seinen Nächsten lieben soll? Heute tun einige so, als ob Russland die letzte Bastion christlicher Werte sei! Ich kann mich an Zeiten in den 80ern erinnern, als noch die Nase gerümpft wurde, wenn man sagte, dass man Christ ist. Dann folgte die russische Antwort auf den Fuß: «А я коммунист!» Da hat der Heilige Geist ganze Arbeit geleistet!
    „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche nie die Welt angeschaut haben.“ (Alexander von Humboldt).

    Herzliche Grüße

  2. Sehr geehrter Herr Prof. Freise,

    ich bin Ihnen für Ihren Brief sehr dankbar. Ich komme aus Russland, wo ich 48 Jahre meines Lebens verbrachte. Seit 22 Jahren lebe ich in Deutshland. Ich verfolge aufmerksam die Diskussionen über Russland, und ich muss sagen: selten, dass ein Mensch den Nerv der Sache so treffend berührt hat, wie Sie es gemacht haben. Ich leite in Köln einen Klub namens „West-Ost Salon“ (Webseite gegeben), und mir wäre eine große Freude und Ehre, Sie einmal bei uns sehen zu düren.

    Mit freundlichem Gruß aus Köln

    Dr. Michael Schneidermann

  3. Axel Beinlich sagt:

    Sehr geehrter Herr Freise,
    sie haben mit Ihrem offenen Brief an Frau Krone- Schmalz eine Herangehensweise an die Probleme mit Russland angesprochen, die leider in Deutschland gegenwärtig sehr verbreitet ist. Das Buch „Russland verstehen“, habe ich nicht gelesen.
    Mit dem von Ihnen dargelegten Standpunkt kann ich mich voll identifizieren. Ich betrachte mich ebenfalls als Russlandkenner in dem von Ihnen dargelegten Sinn. Mich verbindet mit Russland sehr viel und schon über viele Jahre.
    Ich habe in der damaligen Sowjetunion, Leningrad, studiert, in dieser Zeit zusammen mit den Studenten das „Neuland erschlossen“, Probleme mit dem KGB gehabt. Während des Studiums habe ich dort meine zukünftige Frau kennengelernt, mit der ich schon über fünfzig Jahre glücklich verheiratet bin.
    Kurz gesagt, das Leben in der UdSSR und später in Russland mit allen seinen positiven und negativen Fassetten kennen gelernt.
    Später habe ich von der DDR aus in Moskau und in den neunziger und zweitausender Jahren für einen großen deutschen Konzern in St. Petersburg gearbeitet
    Während meiner Tätigkeit in der UdSSR und in Russland habe ich ständig aktive Kontakte zu den verschiedensten Schichten Russlands gehabt, bis hinein in die Regierungsebene und mit den Arbeitern und Ingenieuren direkt in der Produktion.
    So kann ich von mir sagen, dass ich das Leben in Russland gut kenne, die Sorgen und Nöte der Menschen dort sind mir vertraut. Zusammen mit meiner Frau verfolgen wir mit größter Beunruhigung und Sorge die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Russland insbesondere unter Putin, der das Land mit rasender Geschwindigkeit auf Konfrontationskurs und in die Isolation führt.
    Durch seine Innenpolitik ist es dazu gekommen, dass in Russland eine Zivilgesellschaft, wie wir sie kennen existiert, viele der fähigsten Köpfe das Land verlassen haben oder mussten, bzw. ermordet wurden. Niemand hätte es früher für möglich gehalten, dass der Rassismus in Russland einen Nährboden gefunden hat, wie es kaum mit anderen Ländern zu vergleichen ist. Putin betreibt eine chauvinistische Großmachtpolitik verändert den Status quo in Europa, schwindelt das Blaue vom Himmel und übertrifft darin wohl schon Hitler. Gegenüber der EU geht er nach dem Prinzip „divide at impera“ mit gutem Erfolg vor.
    Wenn Frau Krone- Schmalz und viele andere, wie z.B. Hr. Schröder und die MdB der Linken Gehrcke und Hunko, der Auffassung sind, dass man Russland verstehen und eventuell dies Politik und diese schreckliche Entwicklung noch rechtfertigen solle, gibt es dafür keinerlei Verständnis.
    Dann rechtfertigen diese Leute auch, wie Putins Absicht für die Annexion der Krim sogar Atomwaffen einzusetzen.
    Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank für den offenen Brief

    S. und A. Beinlich
    Ahrensfelde, 15.03.15

    • Volker F. sagt:

      Sehr geehrter Autor,

      frage Sie sich doch ganz einfach, was denn der Putin so boeses macht was nicht wir (also der Westen) nicht auch schon gemacht haben. Putin ist „boese“….ja…..aber nicht boeser als Obama oder Cameron. Wann Sanktionieren wir endlich mal die USA?

  4. Günter Kießling sagt:

    Ich habe einen Beitrag am 15.3.15 geschrieben. der Beitrag wartet auf Freischaltung. Muss ich dafür etwas tun???

    Freundliche Grüße

    Günter Kießling

    • admin sagt:

      Sehr geehrter Herr Kießling,
      nein, Sie müssen dafür nichts tun. Die Freischaltung ist die Sache des Blog-Administrators, leider ist es nicht immer möglich, auf Kommentare sofort zu reagiren. Ich bitte hierfür um Verständnis aller Kommentierenden.
      Und vielen Dank für Ihre Kommentare!
      Herzliche Grüße,
      Jahangir Bashirov

  5. Günter Kießling sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Freise,

    das Echo Ihrer Leser auf den Offenen Brief sowie die Leserbriefe in deutschen Zeitungen zeigen zwei gegensätzliche Standpunkte:
    Frau Prof. Krone-Schmalz ist Teil einer Gruppe, die im Umgang mit Russland diplomatische und pragmatische Lösungen befürwortet, die gegenseitigen Respekt voraussetzen. Dabei sollen die westeuropäischen Interessen gewahrt werden als auch die Sicherheitsbedürfnisse und geopolitischen Interessen Russlands beachtet werden.
    Diese Einstellung entspricht dem Aufruf von 60 namhaften Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur „Wieder Krieg in Europa? – Nicht in unserem Namen!“, der immerhin in einer Internet-Petition von 37.500 Personen unterstützt wurde.

    Die andere Gruppe, der auch Sie zuneigen, will unbedingt unsere sogenannten westlichen Werte in den früheren Sowjetrepubliken verwirklicht sehen. Diese Gruppe veröffentlichte den Gegenentwurf zum Aufruf der 60: „Friedenssicherung statt Expansionsbelohnung“. 100 Osteuropa-Experten unterzeichneten, die meisten kamen aus dem Bereich von Universitäten aber auch Politikerinnen der Grünen wie Marieluise Beck, Rebecca Harms usw. Die Unterzeichner bildeten ein sehr begrenztes gesellschaftliches Spektrum ab.

    Ihnen glaube ich, dass Ihr Offener Brief einer ehrlichen Überzeugung entspricht, der propagandistische Effekt vielleicht nicht die eigentliche Triebfeder ist.

    Warum soll es aber unstatthaft sein, sich in die Besorgnisse der russischen Regierung hinein zu versetzen? Müssen wir unser realpolitisches Handeln nicht auch daran orientieren?
    Ist es nicht anmaßend und überheblich wenn wir, als „der Westen“ meinen, uns in innere Angelegenheiten anderer Staaten z.B. Russland oder Ukraine einmischen zu dürfen?
    Das Auftreten westlicher Politiker auf dem Maijdan z.B. Biden, John McCain, Marieluise Beck, Rebecca Harms, Goering-Eckard usw. diente der Unterstützung zum Sturz der wie auch immer „demokratisch“ gewählten ukrainischen Regierung. Das war völlig in Ordnung?

    Wenn es auch die russische Propaganda überzeichnet, so ist nicht zu leugnen, dass es auf dem Euromajdan ultranationalistische Kräfte gab, die mit Transparenten und Bildern Stepan Bandera huldigten.
    Zur Erinnerung: Dieser Bandera rückte beim Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 auf Lemberg mit seinen zwei ukrainischen Wehrmachtsbataillonen noch vor der deutschen Wehrmacht vor und brachten viele Juden und Kommunisten um. Die Rolle, die der Rechte Sektor mit seinen von Oligarchen finanzierten Asow-Truppen in der Ostukraine spielt, wird in unserer Berichterstattung fast verschwiegen, auch dass in Odessa viele prorussische Demonstranten umgekommen sind, fand kaum Beachtung.
    Kann das aber der russischen Regierung gleichgültig sein? Natürlich nicht! Dafür waren die Ukraine und Russland in allen Bereichen zu sehr verflochten.
    Angenommen, Kalifornien würde sich anschicken die USA zu verlassen und sich als Vasall an China anlehnen, chinesische Politiker tauchten bei Demonstrationen in LA oder San Francisco auf und würden diese Bewegung finanziell und militärisch unterstützen. Es ist kaum vorstellbar, welche Hölle damit entfacht würde. So abwegig ist der Vergleich nicht.
    Ich empfehle Ihnen den Artikel „Europas Makler im amerikanischem Grabenkampf“ in der FAZ vom 14.3.2015 Seite 2.
    Dort fällt mehrfach der Name Zbigniew Brzezinski. Er war als Carters Sicherheitsberater schon ein Hochrisikofaktor, zufälligerweise gebürtiger Pole. Das bringt mich zu der Warnung, dass wir Westeuropäer uns nicht als Instrument Polens oder der baltischen Staaten benutzen lassen dürfen.
    Gewiss haben sie unter russischer oder sowjetischer Herrschaft sehr schlimme Erfahrungen gemacht. Aber die daraus resultierenden Abneigungen können für uns andere Europäer kein Wegweiser für unser Verhältnis zu Russland sein.
    Der FAZ-Artikel sollte auch Ihnen zu denken geben ob Russlands Sorgen vor der US-Geopolitik wirklich übertrieben sind.

    Deshalb stimme ich Frau Professor Krone-Schmalz in Ihrer Haltung gegenüber Russland uneingeschränkt zu.

    Mit freundlichen Grüßen

    Günter Kießling

    • Peter Jakubow sagt:

      Sehr geehrter Herr Kießling,
      in dem offenen Brief von Herrn Prof. Freise geht es in erster Linie nicht um die Ukraine, sondern um die Frage, wie es um die russische Kultur heute bestellt ist.
      Dazu hat Swetlana Alexijewitsch ein aufschlussreiches Interview gegeben, das ich zum Nachlesen empfehle:
      http://www.nzz.ch/feuilleton/rueckfall-in-unselige-zeiten-1.18501579
      Mit freundlichen Grüßen
      Peter Jakubow

    • Hannes Christian Kröpfl sagt:

      Sehr geehrter Herr Kießling! Während Kalifornien ein Teil der USA ist, ist die Ukraine ein unabhängiger, international anerkannter Staat. Die Sowjetunion hat in der Charta von Paris 1990 ausdrücklich anerkannt, dass sie jedem souveränen Staat zusteht, einem Bündnis seiner Wahl beizutreten. Diese Charta sollten sie vielleicht im Volltext lesen, da stehen noch andere wichtige Dinge (Konflikte friedlich lösen). Zudem hat Russland die territoriale Integrität der Ukraine im Budapester Memorandum 1994 anerkannt. Sie wischen diese Fakten mit einem untauglichen Vergleich vom Tisch und postulieren für die Nachfolgestaaten der UdSSR einen zweitklassigen Unabhängigkeitsbegriff, der Moskau ein Vetorecht einräumt, was deren Gestaltung seiner inneren und äußeren Verhältnisse zugesteht. Wenn sich das größte Land der Welt eingekreist fühlt, dann sollten sich diese Herrschaften einen Globus zulegen. Eine Einkreisung sieht anders aus.

  6. Hans-Joachim Preuß sagt:

    Ich lebe seit sieben Monaten mit meiner Frau in Russland, in Nischni Nowgorod und beobachte die Menschen hier mit Interesse. Die Haltung der Russen zu ihrer Regierung kann nicht nur mit der „Seelenlage der russischen Menschen“ erklärt werden. Unserem Eindruck nach ist Putins Ansehen unangefochten und weniger aus einer „Mischung aus Resignation, Angst und Konzentration auf Alltagsdinge“´, sondern weil er Russland stabilisiert hat. Hier einige Aussprüche, die wir, überwiegend nicht von der „Intelligenzia“, gehört haben: „Unter dem Trunkenbold Jelzin haben wir uns geschämt, Russen zu sein, Putin hat uns Selbstvertrauen gegeben. – Es ging uns noch nie so gut wie unter Putin. – Putin hat die Oligarchen gezähmt. – Putin hat den Ausverkauf Russlands an das Ausland gestoppt. – Seit Putin bekommen wir regelmäßig unsere Rente (Beamte: unser Gehalt)“. Anmerkung: Die Renten wurden im Februar um 11,4% erhöht. Das wissen wir nicht nur aus den Medien, sondern es wurde uns von mehreren Rentnern bestätigt. Die Versorgungslage ist gut. Es gibt alles, die Läden sind voll, die Preise für Grundnahrungsmittel sind zwar seit August gestiegen, aber immer noch niedrig. Dies sind für die Mehrzahl der Menschen hier starke Argumente unabhängig von dem, was die Staatsmedien verkünden.

    • Auch bei Hitler sagen heute noch viele, dass er Arbeitsplätze und die Autobahn geschaffen hat.
      Auch er hat „Rache“ wegen Versailles geübt.
      Wieso kommt mir das bei Putin alles so bekannt vor?

    • Christian sagt:

      Das viele Russen so denken und Putin so sehen bestreite ich nicht. Aber: Nicht Putin, sondern der steigende Ölpreis hat Russland stabilisiert. Was Putin geschaffen hat ist hingegen ein System der Korruption und des organisierten Diebstahls. Siehe beispielsweise Putins Palast in der Nähe von Sochi, finanziert von Geldern die eigentlich für das Gesundheitssystem gedacht waren.

      • Jewgenij Petrovic Gerasimenko sagt:

        Lieber Christian,
        Ihre Stellungnahme ist mehr als nur einseitig und blauäugig, daher rate ich Ihnen sich ein wenig mit der Politik und Geschichte auseinanderzusetzen, anstatt sich mit einem zweiseitigen Bericht aus der BILD zufrieden zu geben – die Umstände schauen für gewöhnlich ein wenig komplexer aus (um es einmal bescheiden auszudrücken). Daher: Ein Russland in den damaligen Zuständen stabilisiert man nicht mal schnell mit einem steigenden Ölpreis, und schon gar nicht schafft das ein Mann alleine. Ebenso Ihr Vorwurf, Putin habe ein „System der Korruption und des organisierten Diebstahls“ geschaffen, zeigt, dass sie Russland höchst wahrscheinlich auf Ihrem Computerstuhl vor Ihrem Notebook oder auf dem Sofa vor dem TV näher „kennen gelernt haben“, da ein solcher Ausspruch durchaus der Propaganda einiger unserer deutschen Leitmedien entsprechen könnte, Ihr sog. „Beispiel“ belegt das ganz gut aus sich heraus: „Putins Palast“ – Ist das Ihr Ernst? …naja…
        Ich richte eine entscheidende Bitte an Sie:
        Bitte informieren Sie sich besser, bevor Sie den „Thron der Wahrheit und Gerechtigkeit“ besteigen, um dann Ihre gespeiste Weisheit an den Mann zu bringen. Damit würden sie der Wahrheit und der Gerechtigkeit und damit der Menschheit einen ehrenvollen Dienst erweisen. Damit Sie sich von mir nicht zu unfair behandelt fühlen: Wenn jemand in Russland umgekehrt solche plumpen Behauptungen aufstellen würde, dann könnte man ihn dafür höchstens müde anschmunzeln. Der Fall liegt mit Ihrem Kommentar genau verkehrt herum vor.

        Beste Grüße
        Jewgenij Petrovic Gerasimenko

  7. Hans Gerhardt sagt:

    Ich habe 5 Jahre in der Ukraine studiert und vier Jahre in Moskau gearbeitet. Außerdem habe ich Verwandte in der Ukraine und Freunde in Russland. Und ich kann nurbestätigen, dass ihr Brief 100 prozentig ins Schwarze trifft.

  8. Syrus Becker sagt:

    Was siehst du den später im Auge deines Nachbarn ? Aber erkennt den Balken in deinem Auge nicht!! Ein jeder kehr erst mal vor seiner eigenen Tür!! In diesem Brief wird die Propaganda in Russland kritisiert! Wir sollten uns lieber erst mal um unsere eigene lügen und Propaganda Presse kümmern bevor wir andere Länder verurteilen ! Wenn dann unser Saustall gereinigt ist kommen erst mal unsere Verbündeten dran ,vorher haben wir keinen Moralischen Anspruch uns über Russland zu monieren!

  9. Peter Jakubow sagt:

    35 Jahre lang habe ich als Lehrer an einem Gymnasium unter den Schülern dafür geworben Russisch zu lernen. Es war nicht immer einfach, Schüler für die Wahl dieser Fremdsprache zu gewinnen. Ich habe den Schülern versprochen, sie würden im Russischunterricht ein Land mit einer wertvollen Kultur und einer großen Zukunft kennenlernen. Heute frage ich mich, was ich da versprochen habe.
    Leider muss ich Matthias Freise Wort für Wort zustimmen.

  10. Thomas Ufer sagt:

    Sehr geehrter Professor Freise,

    ich bin auch froh wenn sich andere Menschen dazu mal äußern. Ich habe das Buch von Frau Krone-Schmalz leider noch nicht gelesen. Ich bin wie Sie auch etwas mehr mit Russland verbunden, weil ich bald eine russische Frau heiraten werde.
    Frau Krone-Schmalz muss man auf jeden Fall erstmal zugute halten das Sie sich für Russland einsetzt und der Politik oder den Menschen eine Stimme verleiht. Das auch andere Menschen, welche nicht gerade wie Sie sehr viel mit Russland zu tun haben auch etwas mehr erfahren.
    Und gerade zur heutigen Zeit sollte solche Personen auch mal was positives über Russland sagen und schreiben und nicht nur draufhauen.
    Dann ihre Argumentation zur Bereitschaft in der Ukraine zu kämpfen oder nicht kann ich nicht ganz folgen. Das Element des Russenpop und Liebe ist doch vollkommen irrelevant!?
    Dazu müsste man vielleicht eher einen Psychologen fragen oder auf psychologische Elemente eingehen. Ihre Beschreibung ist dort aber viel zu kurz. Feindbilder gibt es schon!? Und ich kann mir vorstellen, wenn der erklärte Feind kommt dann greift jeder früher oder später an. Oder wie weit würden Sie sich in die Ecke drängen lassen? Jetzt nur allgemein als Frage.
    Läuft nicht in Kiev auch ständig Propaganda und wird vom bösen Russen berichtet.?

    Aber lassen wir dies beiseite. Und konzentrieren wir uns auf Ihr Argument das der Kremel wirklich die Ideal, welche Sie für wichtig befinden, durch den Schmutz zieht. Nütz es uns was mit den drohenden Finger darauf zu zeigen und zu sagen „hey du bist Schuld“. Ich weiß es besser als du!? In diesem Ton?
    Selbst wenn sich da die Eliten uneinig sind. Ich habe keine Lust das die NATO das mit militärischen Mitteln durchsetzt. Die soll abrüsten und reden.
    So wie Sie es selber sagen. Man muss zur Verständigung beitragen.
    Und sieht es zur Zeit so aus das unsere Medien dazu beitragen? Fühlen Sie sich da noch wohl? Ich nicht mehr.
    Bitte fassen Sie Ihren Blick etwas weiter. Schauen Sie auch auf die deutsche Regierung. Dort gibt es auch genug Unstimmigkeiten. Schauen Sie auf unsere Presse. Auch dort gibt es Haarsträubende Berichte.
    Das mit der Ukraine als Pulverfass steht vielleicht in anderen Bücher als Sie gelesen haben.

    Wir können auch in Bündnissen sein. Aber wenn das eine Bündniss immer noch denkt das es besser ist und sich wie ein Arroganter verhält dann bin ich es Leid im transatlantischen Bündnis zu sein! Sie nicht auch?
    Wie unsere Medien Berichten, da müssen Sie auch einsehen das es vielen schlaflose Nächte bereitet.
    Da kann auch Keinre sagen ach ist nicht so schlimm. Den Menschen geht es so!

    Aber gut.

    Wenn Sie noch Fragen haben so schreiben Sie mich bitte an.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Thomas Ufer

  11. Lieber Matthias Freise,

    ich möchte Sie in Ihrem Engagement unterstützen und auch ich fahre jedes Jahr nach Russland, liebe Land und Leute ebenfalls, aber auch mich machen die aktuellen Entwicklungen ruhelos.
    Wir als Eine Welt Verein sind auch in der Ukraine tätig, also erlaube ich mir zu sagen, dass auch ich ein profunder Kenner der Lage bin.
    Bei allem Verständis gegenüber den heutigen Russlandverstehern, bin ich bereits seit der Putin Wiederwahl zum Präsident ein erbitteterter Gegner seiner Politik und unterstütze länger schon eine gewisse Abgrenzungspolitik ihm und seiner Mannschaft gegenüber. Putins Machtspielchen sind hoch gefährlich und haben mit Demokratie nichts mehr zu tun.
    Für mich waren bestimmt Schritte von Frau Merkel und der EU schon längst überfällig.
    Ich konnte die Kuschelpolitik Schröders bereits als Kanzler nicht wirklich nachvollziehen. Die Annektion der Krim als solches kann vielleicht diskutiert werden, aber deren geopolitschen Auswirkungen auf die europäische Nachkriegsarchitektur sind verheerend und zum heutigen Zeitpunkt überhaupt noch nicht absehbar.
    Trotzdem hat die Ukraine keine andere Wahl, als offensiv den Frieden zu suchen, da jeder Tote einer zu viel ist und immer mehr Hass und Gegengewalt schüren. Nationalismus ist für die Ukraine in dieser Situation ein ganz schlechter Ratgeber – Nur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden das Land voranbringen und letzlich auch den entscheidenden Vorteil gegenüber der Ostukraine bringen.

    MfG

    Sebastian Hundt

    • Seibt sagt:

      Sehr geehrter Herr Hundt,

      vielen Dank für Ihre klaren Worte.

      ich bin auch Ihrer Meinung. Ich erinnere mich noch an die Angstschreie meines Vaters, wenn er wieder einen Alptraum hatte, weil er als 17 Jähriger freiwillig, da nach der Lehre arbeitslos, in den Hitlerkrieg gezogen ist. Er ist diese Alpträume bis zu seinem Tod nicht losgeworden. Wieviele solcher Traumatisierten Menschen soll es denn noch geben? Haben wir denn nichts aus diesen vielen Tragödien gelernt? Einige wenige, wie es aussieht nicht und von denen lassen sich alle diktieren?
      Unverantwortliche Finanzpolitiker bringen Staaten immer wieder in die Schuldenfalle und unverantwortliche Staatspolitiker versuchen diese Schulden wieder durch Expansionspolitik zu beseitigen. Das Volk muss dafür den Gürtel enger schnallen und soll die Waffen in die Hand nehmen und sich, wie in vielen vorher gehenden Situationen (Kriegen) schon gewesen, erschiessen lassen. Das will ich auf keinem Fall. Bitte setzen Sie sich weiter mit dafür ein, dass es keine kriegerische Auseinandersetzung gibt. Ein Volk, welches eine Puschkin und Tolsoi hervorbrachte und auch alle anderen Völker dieser Erde wird es nicht zulassen, dass wieder ein Welkrieg für einige wenige Gewinner so einer Situation, entfacht wird. Mit aller Kraft sollten alle friedliebenden Menschen dieser Erde, jetzt vor allem die kriegstreibenden Kräfte bekämpfen und vor allem humanitäre Hilfe leisten. Dort wo sie jetzt bitter nötig ist. Fordern Sie alle unsere Regierungen auf zu humanitären Hilfeleistungen. Diese dürfen jetzt nicht verweigert werden. Ich habe an das DRK geschrieben und beim Bayerischen Roten Kreuz angerufen. Ihre letzten Hilfsendungen in die Ukraine sind fast ein Jahr zurück. Es wird immer noch geschossen und getötet. Die Krankenhäuser sind voll und Verbandmaterial ist knapp. Wenn unsere Hilfsorganisiationen dort sind und helfen, habe ich ein besseres Gefühl. Im Moment aber habe ich schlaflose Nächte und bange um meine Freunde in den betroffenen Gebieten. Krieg kann man nicht mit Krieg bekämpfen. Konzentrieren wir uns alle auf die Wiederherstellung des Friedens und ächten wir ein für alle Mal diese furchtbaren Tötungsinstrumente. Das Leben ist zu wertvoll, als dass es schon mit jungen Jahren erlöschen sollte. Die Erde hat so viele Umweltprobleme, dass es wichtiger wäre, diese zu lösen, als sich gegenseitig umzubringen und weiter mit Atombomben zu drohen.

  12. Horst Christ sagt:

    Sehr geehrter Herr Freise,

    Sie haben sehr treffend argumentiert.

    Die Verherlichung eines solchen Regimes ist von einer Journalistin diesen Formats schlicht weg eine stümperhafte Recherche und dient nur zur Vermarktung des Buches.

    Horst Christ

    • Jewgenij Petrovic Gerasimenko sagt:

      Lieber Herr Christ,

      als wirklich stümperhaft kann ich persönlich nur Ihren Kommentar bewerten. Es ist traurig, wenn Sie meinen, behaupten zu dürfen, Frau Krone-Schmalz nutze die gegenwärtige angespannte Lage aus ein „Regime“ zu rechtfertigen und sich dabei noch selbst daran zu bereichern. Dagegen rate ich Ihnen, sich mit der Lage in der Ostukraine und der Menschen dort besser auseinanderzusetzen; es ist unverantwortlich genug, dass wir angesichts unserer „europäischen Werte“ zu täglichen Menschenrechtsverletzungen der ukrainischen Armee sowie auch der Nationalgarde, brav schweigen.

      Beste Grüße
      Jewgenij Petrovic Gerasimenko

  13. Ein interessanter Debatten-Beitrag! Und hier ist meiner!

    Der Mordanschlag auf den oppositionellen Politiker Boris Nemzow schockiert Russland und die Opposition. Zur Background-Information verweise ich auf mein schon 2008 erschienenes Buch Norbert Schreiber (Hg) Russland. Der Kaukasische Teufelskreis oder Die lupenreine Demokratie Wieser Verlag Klagenfurt 2008, in dem die demokratisch-strukturellen Fehlentwicklungen in Russland bereits hinlänglich beschrieben worden sind.

    MARGARETA MOMMSEN
    Grundrisse der „gelenkten Demokratie

    In dem während der Präsidentschaft Putins entstandenen politischen System koexistieren autokratische mit oligarchischen Strukturen. Das autokratische Element kommt in der strikten „Vertikale der Macht“, die als Kommandokette vom Präsidenten bis zu den lokalen Behörden und von der Präsidialadministration bis in die Legislative und Judikative reicht, zum Ausdruck. Außerdem sorgen umfassende Kontrollen über politische Parteien, Wahlen, Medien und Nichtregierungsorganisationen dafür, daß die Gesellschaft ebenfalls zur staatlichen Veranstaltung degeneriert.

    In dem an der Spitze der „Vertikale“ stehenden Präsidenten konzentriert sich die Macht der staatlichen Bürokratie. Russische Soziologen sprechen deshalb von einem „monozentrischen System“. Die staatlichen Medien und eine Schar von „Polittechnologen“ sorgen dafür, daß die im Präsidenten personalisierte Staatsmacht ständig im besten Licht erstrahlt. Die propagandistisch gelenkte Popularität des Präsidenten generiert dessen hohe allgemeine Zustimmung…

    LUTZ GÜLLNER
    Die EU und Russland

    In der EU mit 27 Mitgliedsstaaten wird die Definition der Politik gegenüber Russland ein schwieriges, manchmal gar unmögliches Unterfangen. Russland weiß um dieses Problem und nutzt es oftmals mit eiskaltem Kalkül, um die EU zu spalten. Aber an dieser gespaltenen Haltung der EU zu einigen Themen ist natürlich viel Wahres. Russland scheut sich hingegen auch nicht, der EU vorzuwerfen, nicht mehr handlungsfähig zu sein und sich im Dschungel der Partikularinteressen der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten zu verheddern. Das Problem der EU ist, dass die Interessen und Meinungen der 27 zu weit auseinandergehen. Zwei Schulen prallen da aufeinander: Die einen, die Russland der Provokation bezichtigen und keinen Sinn in dem Dialog mit dem „unberechenbaren“ Partner sehen; die anderen, die gerade wegen der vielen anstehenden Probleme den Dialog mit Russland als die einzige Möglichkeit sehen, diese irgendwann einmal lösen zu können. Man kann es als zunehmendes Problem sehen, dass einige spezifische und punktuelle Probleme einzelner Mitgliedsstaaten das Gesamtinteresse an einer strategischen Partnerschaft mit Russland in den Hintergrund drängen. Dazu kommt, dass die schwerfälligen Entscheidungsfindungsprozesse in der EU-Außenpolitik es schwierig machen, einen gemeinsamen Ansatz zu finden. Die berühmte „eine Stimme“, mit der die EU gegenüber Russland sprechen sollte, ist bislang nur ein schwer verständliches Säuseln. Und Russland muss sich endlich mit der erweiterten EU abfinden Russland seinerseits scheint noch immer in einer Trotzhaltung als Folge der EU-Erweiterung zu verharren, die in manchen Kreisen der politischen Klasse in Russland als „neo-imperialistisches Projekt“ gesehen wird. Deshalb ist es in Moskauer Politzirkeln auch vollkommen gesellschaftsfähig, „es jetzt der EU zeigen zu wollen“. Vor Kurzem hatte dies ein russischer Regierungsvertreter auf den Punkt gebracht: „Wir hatten Euch schon vor langer Zeit davor gewarnt, dass die neuen Mitgliedstaaten Probleme bereiten werden. Das ist Euer Problem, das Ihr lösen müsst.“ Und Moskau spielt ein oftmals meisterhaftes Spiel, das darauf abzielt, die EU zu spalten und auseinander zu dividieren.

    HANS-GEORG HEINRICH

    Teufelskreis Kaukasus?

    Was können wir unter einem Teufelskreis verstehen? Zunächst legt der Ausdruck eine unentrinnbare Situation nahe: Man will sich entspannen und verkrampft genau deswegen. Die pessimistischere Variante ist eine Spirale der zunehmenden Verschlechterung: Ein Sonderling schließt sich immer mehr von der Umgebung ab und wird dadurch nur noch sonderlicher. In der Logik wird das Phänomen auch Zirkelschluss genannt: Ein Argument wird aus einer These gewonnen, die ihrerseits die These bestätigt. Nehmen wir zum Beispiel Russland: „Russland ist böse, weil es uns bedroht und es bedroht uns, weil es böse ist“. Die Vorstellung von kreisförmigen Abläufen in der Gesellschaft und in der Natur, von Wiederholungszwängen, ist eine Denkkonstante, die immer wieder auftaucht und ebenso oft verworfen wird. Einfache wahrscheinlichkeitstheoretische Überlegungen zeigen, dass eine bestimmte Verteilung sich irgendwann wiederholen wird. Ob das allerdings auch für die Gesellschaft allgemein gilt, ist umstritten und außerdem ist dafür eine sehr lange Zeit vorauszusetzen.

    Auf die Kaukasusregion angewendet, bedeutet diese Metapher, dass es aus dem Wirkungsgefüge „Konflikt – Zusammenbruch der Ordnung – Radikalisierung – Konflikt“ kein Entrinnen gibt. Oder auf der geopolitischen Ebene, dass das „Große Spiel“, der Kampf um die Beherrschung dieses Raumes, sich unausweichlich reproduziert. Wie in Konfliktsituationen üblich, wird jeweils die andere Seite für diese Unausweichlichkeiten verantwortlich gemacht: Russland, der radikale Islam, die USA, dunkle Mächte oder Persönlichkeiten sind die beliebtesten Feindbilder.

    In der Historiographie der Kriege und Konflikte im Kaukasus können mehrere langfristige, bis heute wirksame Tendenzen unterschieden werden: Eine apologetische russische imperiale Tradition, welche die Eroberung des Kaukasus als die Grenzen des Reichs absichernde mission civilisatrice deutet, eine meist Russland-feindliche Tradition des Eintretens für die kolonisierten ethnischen Minderheiten, verbunden mit Forderungen nach Selbstständigkeit oder Autonomie und eine geopolitische Perspektive, die mit der Angst Großbritanniens begann, das Russische Imperium könnte auf die Indische Kronkolonie zugreifen („Drang nach den warmen Meeren“) . Manchmal wird der Kaukasus auch als schwarzes Loch gesehen, welches die gesamte Region ins Chaos zu stürzen droht. So erwartet Anatol Lieven eine Ausweitung des Tschetschenienkonflikts auf ganz Russland und eine gesamtstaatliche Zerstörung der Ordnung. Tschetschenien, der Kaukasus insgesamt wird sozusagen als Fraktal des Russischen Reiches gesehen, in dem sich alle Probleme in konzentrierter Form wiederfinden. Offensichtlich steht diese Angst auch hinter der Strategie der russischen Behörden, Bewohnern des Kaukasus das Leben in Russland durch Verweigerung der Registrierung und dauernde polizeiliche Kontrollen schwer zu machen. Sie wissen dabei die öffentliche Meinung ganz auf ihrer Seite; Kaukasier werden als Mafia diffamiert, die die öffentliche Ordnung unterwandert. Tschetschenen stehen unter dem Generalverdacht des Terrorismus.

    Alle Texte in Norbert Schreiber (Hg) Russland. Der Kaukasische Teufelskreis oder Die lupenreine Demokratie Wieser Verlag Klagenfurt 2008

  14. Leonid GALINA sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Freise,
    es war fuer mich eine grosse Freude Ihren „Offenen Brief…“ zu lesen. Vielen herzlichen Dank dafuer!

  15. Igor Zislin sagt:

    Sehr geehrter Herr Freise,
    Sie haben vollkommen Recht und beschreiben absolut richtig die Situation. Sie machen jedoch ein einziger Fehler. Sie sind in einem freien und demokratischen Rechtsstaat aufgewachsen und vertreten diese Werte. Russland war es nie und ist es nicht. Ausserdem betrachten die Russen seit Jahrhunderten viele Dinge aus patriotischer Sicht. Patriotismus ist fest in der russischen Seele verwurzelt und begründet viele Entscheidungen in der russischen Politik seit Zarenzeiten. Deswegen befürworten viele Russen die Krim Annexion. Die heutigen Ü50 russischen Politiker sind die Schüler von russischen Gross Nationalismus Mutterchen-Russland und finden das Gehör beim Volk.
    Diese Politiker sind der sowjetischen Politakademie durchgelaufen und es ist voreilig zu erwarten, dass sie zwanzig Jahre nach UdSSR Zerfall die Lehren von Lenin, Stalin und Brezhnev gegen europäische tauschen würden. Sie schalten lieber die Propaganda Maschinerie wegen jüngsten Entwicklungen auf Ukraine auf die bessten sowjetischer Art zurück, um von wirklichen Problemen und Wahrheiten abzulenken. Ich fülle mich wie vor dreißig Jahren zurück, wenn ich die russischen Medien lese und sehe.
    Die russischen Kulturelle hatten nie das Gehör bei der Politik. Pushkin wurde vom Zaren für Dekabristen Unterstützung verbannt, Solzhenitsin und Sakharov von Kommunisten gejagt. Heutige Opposition ist zu Fünften Kollone abgestammt – praktisch Schimpfwort.
    Leider macht die europäische Politik diesen Politiker leicht, den Feind auszumachen. NATO war es und bleibt es bei den Russen. Somit sind wir alle wieder dort, wo Gorbatschow angefangen hat. Leider ist Putin nicht Gorbatschow.
    Gruss,
    Igor Zislin

  16. seymor buds sagt:

    …na da hätten mich ja mal die Antwortversuche der Frau Krohne-Schmalz interessiert. auf jede der aufgeworfenen fragen…

    • Freise sagt:

      Die Antwort war eine wahrscheinlich automatisch generierte, in der es heißt, sie habe meine Ausführungen gelesen, könne sie jedoch nicht beantworten, weil sie so viele Mails bekomme.

  17. […] eine für n-tv.de leicht gekürzte Version des Offenen Briefes an Gabriele Krone-Schmalz. Zuerst erschien der Text auf dem Blog Dialogical Humanities der Universität […]

  18. C. Werner sagt:

    Sehr geehrter Professor Freise,

    Ich teile Ihre einseitige Meinung nicht, ich unterstelle Ihnen sogar eine propagandistische Absicht.
    Es wuerde den Rahmen sprengen die gesamte russische Entwicklung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Vergleich mit der Entwicklung des Westens und der NATO zu beleuchten, was sie hier gaenzlich ausblenden. Nur soweit, auch der Maidan war keine reine Versammlung lupenreiner Demokraten und Frau Nuland hat dokumentiert das hier ein regime Change stattgefunden hat. In Sachen Russland und Putin, man kann die Entwicklung nicht ohne Blick auf die katastrophalen 90er Jahre erklaeren. Dies wird von ihnen voellig ausgeblendet.

    Bemerkenswert finde ich Ihre Publikationen und damit der Naehe zu Herrn Helmut K. Anheier, der Mitglied des Think Tanks German Council of Foreign Relations (deutsch: DGAP) ist.
    Die DGAP ist Teil der TPN (Das Transatlantic Policy Network (TPN) ist eine Organisation großer europäischer und US-amerikanischer Unternehmen sowie wirtschaftsnaher Netzwerke, die durch die Einbindung von europäischen und US-amerikanischen Politikern die transatlantische Politik im Sinne ihrer wirtschaftlichen Interessen beeinflusst. ),. Quelle: Lobbypedia

    Der Erhalt der NATO und die staendige Einmischung seitens der USA hat diese negative Entwicklung in Russland in weiten Teilen produziert. Putin hat dies ausdruecklich auf seiner Rede 2007 in Muenchen darauf hingewiesen was passieren wird. Es verschliesst sich mir ihre Sichtweise das dies eine rein innere russische Entwicklung sein soll, obwohl hier sehr wohl kausale, vom Westen verursachte Zusammenhaenge existieren.
    Wieso macht Sie diese staendige Provokation, Eskalation und Einmischung seitens des Westens eigentlich nicht nachdenklich? Wieso ist Ihnen nicht so wichtig wer auf dem Maidan wirklich geschossen hat? Wieso empfinden sie den rechten Sektor und weitere Oligarchen sowie eine militaerische Loesung von Konflikten als demokratisch?

    Eine friedliche Demokratisierung kann nur mit Russland stattfinden und nicht gegen Russland. Ihre Heroisierung des Maidans und damit die Rechtfertigung militanter Putsche halte ich fuer falsch, geradezu fuer katastrophal.

    Mit freundlichen Gruessen
    C. Werner

    • Freise sagt:

      Auch ich bin der Ansicht, dass es eine friedliche Demokratisierung nur mit Russland und nicht gegen Russland geben kann. Aber das hieße eben, dass Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechte auch in Russland gelten und dass Russland als Staat seine internationalen Verpflichtungen einhält. Wer Abkommen bricht, wie es ihm passt (Budapester Abkommern über die Neutralität und staatliche Souveränität der Ukraine), der disqualifiziert sich zunächst einmal selbst für diese große Aufgabe. Schon seit Jahren plädiere ich dafür, nicht etwa die Ukraine in die EU aufzunehmen, sondern zunächst einmal Russland. Hat man nicht schon ganz andere Feinschaften durch gemeinsamne Mitgliedschaft in der EU oder der Nato ausgetrocknet? Hat man so nicht schon manchen (natürlich nicht alle) Korruptionssumpf trockengelegt? Bald sogar Serbien und Kroatien! Nur: das ist leider für Russland unter Putin keine Option.

  19. Christopher Frey sagt:

    Ein Kompliment für den Beitrag. Das Problem, dem wir uns bei den sog.Russlandverstehern gegenübersehen ist einschlichtes monetäres. Noch immer schmachten Journalisten nach Putins PR-Töpfen (die Westlichen sind schon alle verteilt) und ein paar kurzfristig denkenden Industriewünschen. Putin will als neuer Zar Peter in die Geschichte eingehen und er hat auch keine alternativen. Tritt er zurück gibt es ihn nicht mehr. Bleiben kann er nur wenn er die nationalen Resentiments bedient und er weiß ebenfalls, dass sein Chance mit dem Ende der Obama-Amtsdauer zu Ende sind. Klassensprecherin Merkel nimmt er ohnehin nicht ernst. – Vielleicht war der Mord an Nemzov ja schon der erste Versuch den Driteen Weltkrieg auszulösen. Geplant war vermutlich ein Fahndungsergebnis, dass beweisen sollte, dass der böse Westen den Mord als Provokation von Putin angezettelt hatte (nur dumm, dass da das zweite Überwachungsvideo im Internet auftauchte). Putin will den Konflikt und nur härteste Sanktionen im vergangenen Jahr hätten ihn stoppen können! Jetzt haben sich seine Mitbürger an die Misere gewöhnt. Wir hätten am ersten Tag der Krimkrise bereits Russland aus dem Swiftsystem nehmen müssen und die gesamte politische Klasse und Oligarchen mit Kontensperrungen belegen müssen. Erst wenn sich Russlands wirtschaftliche Siituation, der Situation Nordkoreas gleicht, wird haben wir den Frieden gesichert! – Putin verfolg eine mit Hitler identische Strategie. Hätte man Hitler 1934 gestoppt (statt Apeasement zu versuchen), dann hätten wir uns und der Welt den Zwieten Weltkrieg erspart. – aus Gschichte wird halt nicht gelernt.

  20. Wolfgang Thiemig sagt:

    Ich nehme Ihnen Ihre Auffassung ab. Aber warum lassen Sie sich instrumentalisieren?
    Ich kenne Russland auch ein wenig. Den größten Schaden bezogen auf die letzten 25 Jahre hat die Kaste um Jelzin angerichtet, übrigens War Nemzow immer mit dabei. Putin auch… Die ganzen sogenannten Farbenrevolten in den Nach SU Ländern, das waren doch keine Volksbewegungen. Die von Ihnen bewunderten Balten werden von uns gepflegt, wie kranke Kinder.
    Vieles, was dort passiert, das lehne ich auch ab. Aber welches Recht haben wir, uns einzumischen.
    Bei den Saudis gab es im vergangenen Jahr 40 Hinrichtungen. In den USA erschießen kleine Kinder ihre Geschwister. Israel Bombt so einfach mal ein ganzes kleines Volk in Schutt und Asche. Dagegen sind die Russen Demokraten. Als Politiker würden Sie sagen, wir haben Interessen.
    Ihr Brief ist politisch. Deshalb erscheint er in NTV.
    Ein verlogener Geist weht durch dieses Land.

    • Freise sagt:

      Mein Brief ist in Dialogical Humanities erschienen., nicht in NTV. NTV haben eine Nachdruckgenehmigung erhalten. Und ich mische mich keineswegs ein, vielmehr beschreibe ich, was in mir vorgeht, in einem Menschen der Russland und die russische Kultur liebt und der sich einfach nicht damit abfinden will, dass das von verantwortungsloser Politik im Kreml zunichte gemacht wird. Wie mögen sich polnische Germanisten, die zu Goethe promovierten, am 1.9.1939 gefühlt haben?

  21. B. Faust sagt:

    Hervorragend! Entspricht den Erfahrungen, die wir in Russland schon vor langer Zeit gemacht haben; insbedondere das Verhältnis der Russen zu ihrer Regierung und ihrem Wegschauen!

  22. Ivan sagt:

    „Umso erstaunlicher ist die jüngste Entwicklung der Ukraine, die Majdan-Bewegung. Blutete Ihnen nicht das journalistische Herz, wenn die Aktivisten für eine freiheitliche und demokratische Gesellschaft auf dem Majdan in Moskau als vom Westen gesteuerte faschistische Banden verunglimpft wurden?“

    Sehr köstliche Satire. Ich hoffe das war ironisch gemeint.Also wer weiterhin diese Mär von einer demokratischen Revolution in Kiew verbreitet, trotz des offenkundigen (und sogar von beteiligter faschistischer Seite gut dokumentierten) nationalsozialistischen Einflusses bei diesem blutigen und antidemokratischen Umsturz, ist entweder fehlinformiert oder verfügt über keinerlei Schamgefühl. Gut, dass der Herr mit dieser Darstellung von stetig wiederholten Realitätsverzerrungen die Absurdität westlicher Propaganda pointiert aufzeigt. Oder hab ich diesen „offenen Brief“ fehlinterpretiert? Fr. Krone-Schmalz, sowie jeder Mensch, der sich die Mühe macht, den Ukrainekonfilkt von verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, dürfte sich jedenfalls köstlich amüsieren. Natürlich lügen und hetzen kremlnahe Medien. Leider erlaubt es ihnen die Faktenlage, die Glaubwürdigkeit ihrer Lügen vorsichtiger einzuschätzen. Wer sich nur ein bißchen in der Ukraine und Russland auskennt, erkennt bei transatlantischen Medien in nahezu jedem zweiten Satz eine Halbwahrheit oder falsche Darstellung. Dies ist eine sehr freundliche Schätzung.

    Apropos: Jeder interessierte Mensch, der sich mit russischen Ultranationalisten thematisch beschäfitgt, dürfte mittlerweile erfahren haben, dass der Großteil des weit rechte Kerns, sprich Neonazis, eher mit dem Rechten Sektor und den ukrainischen Freiwilligenbattaloinen sympathisiert als mit dem Kreml.

    Schöne Grüße

    • Ivan sagt:

      *Freiwilligenbatallionen, entschuldigung.

      Achja, ein Großteil der Bewohner des Donbass ist natürlich in erster Linie „pragmatisch“ und „unpolitisch“ (wie in nahezu jedem Siedlungsgebiet der Welt). Systematischer Beschuss von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten in der unmittelbaren Nachbarschaft kann aber sogar politisch unbedarfte Menschen „politisieren“. Besonders, wenn die „mediale Begleitmusik“ aus Kiew gegen diese Menschen auch noch hetzt. Im Kontext einer humanitären Katastrophe, deren sichtbarsten Symptome größtenteils von militanten Neonazis, Nationalisten und von Oligarchen angeheuerten Söldnern…ähm entschuldigung, ich mein natürlich Kämpfern für Freiheit und Demokratie zu verantworten ist, die Betroffenen als tumbe, ignorante Masse darzustellen, die sich erst von seichter Popmusik zufrieden stellen und danach von russischer Agitation und Kriegstreiberei zu den Waffen hetzen lässt, grenzt schon an Zynismus.

  23. Peter Meyer sagt:

    Liebe Leser dieser Webseite,
    Ich habe den offenen Brief von Matthias Freise an Frau Krone Schmalz mit Interesse gelesen, und kann mich den Argumenten von M.F. voll und ganz anschliessen.
    Habe die Talkshow mit Krone Schmalz verfolgt und sie bereits in einer vorherigen Talkshow zum selben Thema, Russland Putin und Ukraine gesehen .
    Was mich bei Ihr am meissten stört ist die Arroganz mit der sie auftritt und versucht Ihre Meinung als absolut richtige darzustellen, ohne mit einem Atemzug zu erwähnen, dass durch die Agression Russlands inzwischen rund 6000 Tote zu beklagen sind, abgesehen von der immensen Zerstörung von Städten und Dörfern auf dem Territorium der Ukraine, dann von einem Verständnis zu Putin und seinen
    Jasagern in der Regierung zureden ist schon sehr zynisch.
    Wir haben noch so einen schlauen Menschen (russlandversteher) Herrn Platzeck, der auch alles schönreden will und um Verständnis wirbt für Putin und Genossen. Die Annektion der Krim wird meist schon garnicht mehr erwähnt, als wäre dies schon für alle Zeit erledigt.
    Warum werden solche Menschen immer wieder in den Talkshows eingeladen, stellt sich hier die Frage.

    Freundliche Grüße P.M.

    • Thomas Ufer sagt:

      Guten Tag,

      diese Menschen sehen das Bild etwas anders und reihen sich nicht in die einseitige Sicht aller anderen Eingeladenen Gäste ein. Was denken Sie wie die politische Disskussion in den USA aussehen. Dort schreien ja alle förmlich nach Krieg.
      http://www.anderweltonline.com/politik/politik-2014/us-resolution-758-an-russland-stellt-ultimatum-an-serbien-von-1914-in-den-schatten/
      Bitte schauen Sie auch selber nach Resolution 758.
      Solches Denken ist einfach schlimm.
      Das Imperium ist doch eindeutig USA und die Vasallen (mehr oder weniger hörig).

      Und ganz ehrlich ich habe keine Angst das die Russen uns angreifen.
      Haben Sie eine solche Angst?
      Sollten vielleicht nicht auch die Russen Angst haben das die NATO Sie angreifen?

      Soll Frau Krone-Schmalz sagen: „Ach ja ihre Darstellung ist richtig“ Na klar sagt Sie selbstsicher was anderes.
      Genauso wenn viele hier so sagen ach der Putin gefällt mir nicht. Weil er auf Pferden reitet nackt.
      Vielleicht wird das hier nur in Szene gesetzt? Oder ob er jetzt krank ist oder nicht? Genau das ist auch Propaganda. Wen interessiert sowas schon. Als ob das der Mensch Putin ist. Blos weil er mal reitet und die „BIld“ nen Artikel dazu schreibt.

      Ja schon immer war die „Bild“ für mich total inakzeptabel und ich fragte mich was ist das nur für ein Blatt. Ich habe nie glaubt das da ersthaft was wahres drinsteht. Aber wissen Sie was das Problem ist. Es lesen noch viel zu Viele! Und denken es ist wahr oder echt. Das sind einfach Fantasieartikel. Vollkommen unseriös. Unseriös. Aber es lesen zu viele…

      Schauen Sie auch bitte auf Deutschland und die USA und andere Länder.

      Es bleibt immer der Eindruck als wären Großkapitalisten in den westlichen Sphären moralisch besser.
      Oder Politker und Großindustrielle. Und genau das halte ich für absolut naiv.

      Wenn unsere Problemsicht zu klein ist dann haben wir das Problem unterschätzt.

      Grüße

  24. Pelny sagt:

    ..jeder versteht Russland, wie er es versteht oder verstehen will.
    ..“diese Mischung aus Resignation, Angst und Konzentration auf die Alltagsdinge“ könnte auch für das Alltagsleben vieler Deutschen zutreffen. So weit weg sind Sie schon von Deutschland, dass Sie das als typisch russisch bezeichnen.
    Auch die deutsche Gesellschaft ist tief gespalten. Ich denke da nur an die Neujahrsansprache der Frau Merkel bezüglich Andersdenkender. Da werden Tausende für nicht zurechnungsfähig erklärt und in die „Schmuddelecke“ gesteckt. Von wem wird sie denn da getrieben?
    Wie die „andere Seite“ über Russland berichtet, sehen sie exemplarisch: http://youtu.be/CHGXbCnpxE4
    Die Propaganda (beidseitig) ist immer die Vorstufe für …..man möchte es nicht aussprechen; ..und Wirtschaftsanktionen ist WirtschaftsKRIEG!.
    Schlimm ist nur, dass wir es zulassen, dass sich Europa von ihren atlantischen „Partnern“ so treiben lässt und nicht in der Lage ist, selber für Ordnung zu sorgen.
    Oder verhindern das bestimmte Kräfte? ( Nuland`s Meinung über die EU…..)
    Warum fliegt Frau Merkel nach Kanada? Schauen Sie bitte auf die nördliche Halbkugel! und denken Sie an die möglichen Naturschätze unter dem „ewigen“ Eis! Da geht es offensichtlich um mehr…..
    Sie sind ein exzellenter Kenner der russische Literatur, aber das Sie politische Ereignisse in Russland oder anderswo exzellent einschätzen können, spreche ich Ihnen ab! Da „höre“ ich lieber auf die Einschätzungen von Scholl-Latour oder speziell für Russland auf Krone-Schmalz. Deshalb werden / wurden sie ja auch so angefeindet!
    Warum muss man sich gegenseitig voneinander abgrenzen, anstatt zu sagen:
    Bis hierher und nicht weiter! Wir müssen den Frieden in Europa erzwingen und nicht herbeireden!

    • Freise sagt:

      Oho, Sie schreiben, man müsse den Frieden in Europa erzwingen! Wie anders, bitte schön, soll das geschehen als durch ein System der kollektiven Sicherheit wie der OSZE, das wiederum auf Abmachungen zwischen Staaten beruht, die gegenseitig ihre Souveränität respektieren? Und wass macht man dann, wenn sich einer nicht daran hält, sondern Territorium seines Nachbarn annektiert wie im 19. Jahrhundert? Dann müsste man ihm ja kollektiv auf die Finger klopfen, dem Schlingel! Nur dumm, wenn der Schlingel ein Vetorecht im Sicherheitsrat der UNO hat.

  25. Helene Makovski sagt:

    Eine Unverschämtheit, so mit falschen Fakten zu hantieren! Ob bewusst oder unbewusst, lässt hier Herr Freise die USA und deren Vasalen, die jetzige ukrainische Regierung aus dem Spiel. Nicht der Putin hat die Ukraine – Krise ausgerufen, sondern der von den amerikanern unterstützter und mitfinanzierter faschistischer Putsch, der den demokratisch gewählten Präsidenten Janukowitsch zum Absturz gebracht hat. Sicher war Janukowitsch kein „westlicher Demokrat“, er hat auch ein Regime geschaffen, aber sein Regime war nichts im Vergleich zu den gegenwärtigen Verhältnissen gegenüber, wo andersdenkende auf dem ukrainischen Boden mit beispielloser Dreistigkeit vom „Rechten Sektor“ und anderen faschistischen Organisationen mit kriminellen Erpressungen und Morden zum schweigen gebracht werden, von den USA und Poroschenko stillschweigend geduldet. Den Ukrainern und deren Wirtschaft ging es unter Janukowitsch viel besser als jetzt. Und Massenmedien in Deutschland zeigen eine einseitige Berichterstattung zugunsten der USA, Ukraine und westlichen Welt, ja ich kann sogar von der einseitigen US-Propaganda hier im deutschsprachigen Raum reden! Herr Freise hat mit seinem Offenen Brief die Gehirnwäsche dieser Propaganda nochmals deutig zum Audruck gebracht. Und ich kann als eine wirklich echte Russlandkennerin sagen, dass nicht alle Russen politikfremd sind, sondern dass eine ganz andere Denkweise momentan in Russland herrscht, daran ist in den meisten Fällen nur der Westen schuld!

  26. Anna sagt:

    Zu dick aufgetragen ! Da werden selbst die hartnäckigsten Putin Kritiker den Kopf schütteln. Und von so viel „Liebe“ zu Russland würde sich Gogol übergeben…

    извините за откровенность

    • Freise sagt:

      kein Problem mit Ihrer Offenheit. Nennen Sie es Faszination für die raffinierteste, doppelbödigste, klügste Literatur, die dieser Planet hervorgebracht hat. Ich liebe Russland wegen der Literatur, nicht die Literatur wegen Russland. Und das hätten auch Gogol‘ und Puschkin unterschrieben.

      • Juergen sagt:

        Sehr geehrter Herr Prof Freise,

        diese Ihrer Antworten sagt viel über Ihre Denkweise aus.
        Sie lieben einzig nur die Literatur dieses Landes als Solches, deren Schreibstil und die oftmals sehr emotionale Verschachtelung von Geschichte und Schiksalen. Das läßt zumindest die Art ihrer Antwort vermuten.
        Aber gerade deshalb sticht einem ein ganz schwerwiegender Umstand ins Auge, Sie vergessen bzw. reden nicht über die Menschen.
        Lesen Sie weniger unsere Medien und hören besser auf Ihre Freunde. Reden Sie stattdessen mehr mit den Menschen in Russland, wenn Sie denn so oft dort vor Ort sind.
        Sie sollten dann auch für einige Ihrer an Frau K-S gerichteten Fragen eigenständig Antworten finden.

        Mit freundlichen Grüßen

  27. Sehr geehrter Herr Freise,

    Ihr offener Brief an Frau Krone-Schmalz spricht mir voll aus dem Herzen. Es ist unter den Publikationen anlässlich der Ukraine Krise bislang der einzig differenzierte Text. Danke dafür.
    Wenn Sie auch daran interessiert sein sollten, würde Ihren Offenen Brief gerne auf meine Website http://www.mentalnet.de in ganzer Länge abdrucken, wenn nicht, dann gerne verlinken.

    Bitte um Rückmeldung

    Herzliche Grüße
    Waelsch

    • Freise sagt:

      Sehr geehrter Herr Waelsch,
      gerne können Sie meinen Beitrag bei Ihgnen posten, bitte mit Hinweis auf die Erstpublikation in Dialogical Humanities.
      Beste Grüße
      M. Freise

  28. Huck sagt:

    Sehr geehrter Herr Freise,

    37 Jare Slavische Philologie, aber verstanden haben sie nicht viel.

    Zitate:
    „die Sowjetideologie sympathischer.“ – Lenin; Stalin; GULG !!! – sympathisch ???

    Und noch:
    „wenn die Ukraine tatsächlich die Chance hat, sich zu einer funktionierenden Demokratie mit eingedämmter Korruption zu entwickeln“ – Maidan=Demokratie ????? Maidan=Nazi !!!

    V.Huck

  29. VS sagt:

    Hallo, Herr Freise,
    so ist es mit der Demokratie, mit Werten, mit Meinungen, mit Freiheit, mit der Wahrheit…Mein Kommentar hat auch nicht die Zensur dieser Seite schafft. Das Gegenteil hätte mich überrascht. Wenn ich mir die Frequenz anderer Kommentare anschaue, bestätigt sich meine Vermutung, dass diese Seite nicht gerade ein Publikumsmagnet ist. Insoweit hat mich die Zensur nicht persönlich betroffen, hat doch mein Kommentar den Adressat erreicht, mehr wollte ich nicht.

  30. reinold sagt:

    Ihr Beitrag findet meine volle Zustimmung und bringt die Dinge auf den Punkt.

  31. Mo Gerret sagt:

    Nun, auch an Herrn Freises Brief gib es das eine oder andere zu bemängeln. Natürlich ist das transatlantische Bündnis als Zwangsgemeinschaft unter der Fuchtel der USA anzusehen. Dass bislang noch keine Staaten ausgetreten sind, ist eher auf den so entstehenden Druck seitens der USA zurückzuführen. Und das mit der „Fuchtel“, da braucht man wirklich nicht weit suchen zu gehen, um das anhand einfachster Beispiele darzulegen. Wie kommt es sonst, dass nur die USA in sämtlichen Natostaaten Stützpunkte haben, alle anderen Angehörigen dies aber nicht in den USA haben, und auch nie haben werden!
    Dass Russland eine andere Gesellschaftsform hat, das stimmt schon, aber wer mag darüber entscheiden, ob unsere oder derer die richtige und bessere ist? Ich vermag das kaum zu beurteilen. Beruflich orientiert müssten Sie ja eigentlich zustimmen, dass sich Russland schon seit Jahrhunderten bemüht, vom Westen, in diesem Falle Europa, als Europäer anerkannt zu werden, nicht aber als der Böse Russe aus dem Osten! Vielleicht hätte Rusland eine bessere und andere Gesellschaftsform, eine unserer ähnelnden, würd Europa doch einmal einen Schritt alleine in Richtung Kreml gehen, statt immer nur den Forderungen der USA nachzukommen.
    Als EU Bürger wäre es wünschenwert , in solche Entscheidungen mit eingebunden zu werden! Über Kultur und Gesellschaft sollte man in diesem Falle erst gar nicht zu sprechen kommen. Man siehe sich die Kultur und Gesellschaft der Vereinigten Staaten an!!
    Dass der Kreml nicht in allen Dingen die Wahrheit sagt, oder bestätigt, darin sehe ich in der Ukrainekrise nicht das grösste Problem. Wenn man solche Anschuldigungen bringen mag, sollte man sich die „Kriegslügen“ der vergangenen Jahre einmal zur Schau nehmen. Man nehme nur Irakkrieg(2X)
    Vietnam, Afghanistan etc,……da hat man nicht über die Lügen der USA geredet, da wurden nur „Menschen vernichtet“.
    Trotz allem sollte man versuchen, als Europäer das ganze neutral zu beobachten, schon alleine deswegen, weil die neuerlichen Meldungen der NATO alles andere als „wahr“ waren!
    Ich will Sie hiermit aber nicht persönlich angreifen,…. mir würde eher gefallen, wenn sich die Menschen Ihre eigene Meinung zu dem Konflikt machen würden, statt immer nur überinformiert und desinformiert zu werden, von den unzähligen Berichten und Meinungen.
    Immer gibt es noch keine Beweise für Irgendetwas in der Ukraine, und doch wird immer der gleich beschuldigt! Das kann man so nicht tolerieren.
    mfg
    Mo Gerret

    • Freise sagt:

      Lieber Herr Gerret,
      die „alternative Gesellschaftsform“ Russlands ist für Menschen, die in Russland leben, fast schon Satire. Was ist den Bürgern in einem Staat für ihr Alltagsleben am wichtigsten? Dass sie ihr Recht notfalls auch gegen staatliche Institutionen durchsetzen können. Das hat es in Russland leider nie gegeben. In Italien, Israel, den USA, Deutschland wurden Präsidenten angeklagt und verurteilt. In Russland? Undenkbar. Putin: „Ich nehme die Ermittlungen im Fall Nemcov persönlich in die Hand!“ Das muss man nicht weiter kommentieren. In Russlands Politik war immer schon der Bock der Gärtner.

  32. Ullrich Dietze sagt:

    Sehr geehrter Herr Friese,
    ich bin ein Russland-Freund, für -Versteher hatte und habe ich wohl doch zu wenig Kontakte.
    Ihre Kontakte, nehme ich mal an, sind bestimmt nicht unter der einfachen Arbeiterschaft zu suchen,
    sondern eher unter den Aufgeklärten, den Intellektuellen, Geistesschaffenden. So verwundert es mich
    doch sehr, das Sie deren Rat mit der Zeitung so einfach in den Wind schlagen. Dem einfachen Stahl-
    werker der vielleicht mit der täglichen Pulle Wodka zufrieden ist, würde ich diesen Satz auch nicht glauben, aber Ihrem Freundeskreis? Wissen Ihre russischen Freunde, das Sie nun auch ein belehrender
    schlauer Onkel aus dem Westen geworden sind?
    Waren z.B. Chruschtschow und Stalin für Sie gute Demokraten? Chruschtschow hat die Krim der Ukraine geschenkt und Stalin Abchasien an Georgien. Ich war in den 80igern zwei mal in Abchasien. Sie hätten
    damals zu einem Abchasen mal sagen sollen, er wäre ein Georgier, da hätten Sie zwar nicht die russische, aber die abchasische Seele zu spüren bekommen. Und die Krim gehört nun mal nicht zur
    Ukraine, weder geschichtlich, sie war nicht mal Teil der Kiewer Rus, noch ethnisch. Nach der Goldenen Horde, oder wollen Sie weiter zurückgehen, waren die Tataren da, dann kamen die Türken und dann die Russen. Tja und dann kam Chruschtschow. Ist jetzt das, was Chruschtschow und Stalin gemacht haben, genauso völkerrechtsverbindlich wie die Ergebnisse des 2. WK?
    Die Amerikaner nehmen für sich unwidersprochen das Recht in Anspruch, überall auf der Welt, wo US-Bürger in Gefahr sind, notfalls mit Waffengewalt einzugreifen. Die Russen haben dieses Recht nicht?
    Sehr geehrter Herr Friese,
    ich bin weit davon entfernt, alles gut zu heißen was Rußland derzeit macht. Aber Ihr erhobener Zeigefinger ist definitiv zu groß.
    Mit freundlichen Grüßen aus Chemnitz
    Ullrich Dietze

  33. Nazar sagt:

    Ein durch und durch konstruktiver Beitrag, welcher nicht nur persönliche Gefühle und Meinungen vermittelt, sondern auch klare und strukturierte Fakten bringt.
    Was mir besonders gut an diesem Artikel gefällt, ist, dass Herr Freise diesen Artikel in einer subtilen Weise vermittelt, welche viele Menschen zur Zeit durchleben und genauso fühlen wie der Autor.
    Dieser Artikel ist nicht nur wahrheitsgemäß, sondern bietet auch passende Argumente für eine „Diskussion“ zwischen Menschen mit Meinungsverschiedenheiten.

  34. V.Dause sagt:

    Matthias Freise, ich kann Ihre Meinung teilen. Ich bin mir auch sicher, dass dies auch in deut. polit. und wirtsch. Kreisen auch getan wird, dennoch wird diese Meinung auf der politischen Ebene mit den wirtschaftlichen Interessen „übertönt“. Daher kommt auch dieser Begriff – „Verstehen“, damit wird versucht, die eigentlichen Tatsachen zu verdecken.
    Doch, ich möchte Sie was anderes fragen. Sie schreiben im Artikel – “Russland steht für mich für andere Werte. Diese Werte zu propagieren, das und nur das heißt für mich Russland verstehen”. Können Sie bitte die Werte auflisten, die Sie bereit sind, zu propagieren?

    Danke

    • Freise sagt:

      Sehr geehrter Herr Dause,
      Das kann ich Ihnen sagen. Die russische Literatur hat in den letzten 200 Jahren Werke hervorgebracht von einer Raffiniertheit und Tiefe, mit einem sowohl gedanklich als auch formal so hohen Niveau, dass mich inzwischen alles andere langweilt. Die Musik russischer Komponisten ist speziell im 20. Jahrhundert ganz erstaunlich – aks der europäischen Avantgarde nichts mehr einfiel außer Geräusche ztu machen oder sich in 12-Ton Serien zu ergehen, entstand hier eine Musik von großer Kraft und Leidenschaft: Rachmaninov, Schostakowitsch, Prokofjev, das sind die Namen, die vom 20. Jahrhundert bleiben werden. Zählen Sie mal, wie oft heute Schönberg oder Stockhausen gespielt werden und wie oft die oben genannten. Und wer kann sich in der Avantgarde-Malerei mit Malewitsch, Kandinskij und Chagall messen? Und das sind echte Werte. In Dostojewskijs „Dämonen“ sagt Stepan Trofimovich: Ohne Shakespeare und die Dresdener Madonna von Raffael möchte ich in dieser Welt nicht leben. Ich möchte auf dieser Welt nicht ohne Dostojewskij leben.

      • VD sagt:

        Vielen Dank für Ihre Antwort Herr Professor Freise, doch bin ich mit dieser Antwort nicht einverstanden, obwohl die sehr interessant ist. Und ich weiß, dass das für Sie schwer sein wird, die Antwort auf meine Frage zu finden. Ich erzähle auch – warum. Das, was Sie aufzählen – sind Werke, Empfindungen, Lehren, Emotionen, aber keinesfalls Werte. Das ist das Problem, dass es eigentlich schwer wird für den, der in Russland Werte zu identifizieren versucht, die nur russisch-spezifisch sein müssen.

        Moralischen Werte – in der Basis-Theorie, ja – ich habe gelernt den älteren Menschen Platz in dem öffentlichen Verkehrt zu lassen und viele anderen Definitionen von den moralischen Werten. In der Praxis – nur der der keine Moral besitzt – wird auch tatsächlich belohnt, mit der Karriere, besserem Gehalt, Höhe in der Regierung. Auch im Westen kommt es auch vor, doch die Dimension und Akzeptanz in der Gesellschaft ist eine andere. Und es wir offensichtlich anderen vor Augen vorgeführt, dass, wenn du Macht bzw. Geld hast, kannst du dir erlauben, nicht nach Gesetze zu leben, sondern wie du es dir vorstellst. Weil man weiß – man darf das und soll so leben. Korruption – ist schon mittlerweile im Blut. Auf jeder Ebene des Lebens. Und es wird so auch erzogen, in den Familien, Schule, Uni, Unternehmen, Partei-Leben usw. Was aber auch unter anderem beigebracht wird – wie man mit den Diskrepanz von moralischen Prinzipien, Werten, Tugenden, Geltungsansprüchen und Forderungen im täglichen Leben umgehen soll. Und das klappt hervorragend. Viel besser als in westlichen Länder. Man wird nichts mehr haben, trotzdem wird man der Regierung zurufen und diese als etwas göttliches ansehen. Bestes Bespiel zeigt uns die Frau Krone-Schmalz, in dem sie alle Tatsachen umdreht, arbeitet im russischen Auftrag und doch schämt sich nicht, sich als Journalistin darzustellen. Jeder in Russland ist der Überzeugung, dass man das beste Gesundheits-, Schul- und jeder anderes System hat. Dass alle, die Geld haben, „heimlich“ Kinder dort zur Welt bringen, sie im Ausland studieren lassen, ihre Gesundheit aufbessern, Shoppen und einfach leben – das wird nicht erzählt, weil das nicht patriotisch ist, Westen verbal in Medien anzugreifen – das ist patriotisch.

        Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung – nur, wenn das der Regierungspartei-Linie dient. Sonst ist es „Fremde Wirkung“ und wird abgestoßen. Deswegen werden die Hass-Parolen geschürt und die Menschen, die was dagegen sagen – werden als Agenten und Verräter bezeichnet und von allen „bespuckt“. Wenn Menschen aufdecken, dass sich die russische Politiker Schlösser in den früheren Naturparks bauen, dann verschwinden diese, werden in Gefängnisse gebracht. Wenn einer versucht aufzudecken, wie Präsident und seine Minister plötzlich zu den multi-Milliardären werden – dann wird er auf der Brücke erschossen. Wenn Korruptions-Vorfälle aufgedeckt werden, dann werden die Ermittler umgebracht und so weiter und so weiter..

        Es ist nur einige Bespiele, ich kann stundenlang solche auflisten. Deswegen sind die Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung nur das, was sich die Regierung darunter vorstellt, nicht Gesellschaft. Traurig, aber war.

        Ich hoffe, ich konnte ein bisschen erzählen, wiese die Antwort auf meine Frage nach „russischen Werten“ eigentlich fast unmöglich sein kann.

        Herr Professor Freise, es war richtig, dass Sie diesen Brief geschrieben haben, doch glauben Sie mir – wir glauben nach wie vor an das Gute in Menschen und das wird von den andren „ausgenutzt“. Und nur mit großer Mühe kann man diesem Ausnutzen einen Widerstand leisten.

        Herzliche Grüße

  35. Dimitri Averyanov sagt:

    Lieber Herr Freise,
    Ich habe Ihr offenes Brief gelesen und Fazit lautet -bleiben Sie bitte bei Literatur. Sie haben keine Ahnung das ist kurz und einfach ausgedrückt. Propaganda Propaganda. …es gibt keine Propaganda in russischen Medien. Der Begriff zu russischen Berichterstattungen wurde in Deutschland erfunden. Sie trennen das Volk und Regierung aber vergessen dabei dass Putin 85% Bevölkerung hinter sich hat. Jeder Umfrage zu Folge -überwiegende Mehrheit Russen unterstützen Herrn Putin!!!! Ist das für Sie nich ausschlaggebend Herr Professor? !!!ihrer Vorstellung von Realität weit entfernt von der Wahrheit. Sie haben andere Werte und nicht in der Lage Russland zu verstehen. Das sage ich Ihnen als Russe der schon seit 10 Jahren in Deutschland lebt. Ich konsumiere zu 98% deutsche Medien und von russischer „Propaganda “ bin ich nicht beeinflußt. Trotzdem sehe ich das Russland und Deutschland – Feinde sind. Und das ist traurig. Das ist ein grosses Thema und ich würde es gerne mit Ihnen ausdiskutiert wenn ich so eine Möglichkeit hätte. Seien Sie mir nicht böse falls ich zu direkt war.
    Mit freundlichen Grüßen

    • VD sagt:

      @Dimitri Averyanov: In einem Satz schreiben Sie, dass der Autor keine Ahnung hat und doch Sie würden mit ihm es diskutieren wollen – sehr arrogant und respektlos von Ihnen – damit nehmen Sie dem möglichen Opponent die Lust, je anzufangen.
      Weiter so, nur Ihre Meinung zählt. Welche Grundlage zur Diskussion mit Ihnen man haben kann, wenn Sie der Meinung sind … es gibt keine Propaganda in russischen Medien.

      Sie können gerne aufzählen, welche Werte Sie haben, wenn Herr Professor!! andere als Sie hat.
      Viele werden gern zuhören, welche aus Ihrer Sicht es sind.

      Und, was ganz wichtig sind – Russen und Deutsche sind nicht Feinde. Es gibt Verständnisprobleme – ja, eine Seite versteht einfach nicht, was die andere will. Und z.B. die deutsche Seite versucht normalerweise die Risiken zu minimieren. Und solche, wie Sie, die von der westlichen Welt total profitieren, versuchen sich und den anderen einzureden – Russlands politisches System – ist eigentlich besser als jedes westliches. Nur worin – darüber schweigen Sie.

    • Freise sagt:

      Sehr geehrter Herr Averyanov,
      ich möchte Ihnen trotzdem antworten, wenn auch nur kurz. Als Begründung dafür, dass es in Russland keine Propaganda gibt, führen Sie an, dass 85% der Bevölkerung in Russland Putins Politik unterstützen. Merken Sie nicht, dass Sie ihr eigenes Argument ad absurdum führen?

  36. Dr. Zoltan Sabov sagt:

    Geehrte Kollege Freise,

    habe nur die gekürzte Version in n-tv.de gelesen. Konnte jedem Satz zustimmen.

    Ich kenne diesen physischen Schmerz. Jeder wird es haben, der Russland kennt und mit Russland verbunden ist.

    Von der FU-Berlin stammend, bin ich als deutscher Staatsbürger seit über 20 Jahren Professor für Wirtschaft an der Staatsuniversität Sankt Petersburg tätig. Ich kehrte unmittelbar nach den Ereignissen von Krim zu einer Abschlussfeier unserer Absolventen nach Petersburg zurück. Auf die dringende Frage meines russischen Kollegen, was ich zu dem Handeln der russischen Führung meine, antwortete ich: Es war eine Kollektive Dummheit.

    Seitdem suche ich gedanklich nach Lösungen, wie Russland den Pariah-Status in der Welt wieder überwinden könnte.

    Eine Einschränkung: Das Buch von Frau Krone-Schmalz habe ich nicht gelesen. Daher kann meine Zustimmung nur den Teil Ihres Briefes betreffen, in dem Sie Ihre Meinung über Russland darstellen.

    Insbesondere: Ihre Zeilen über den physischen Schmerz komprimiert Ihre Einstellung. Sie haben mir bestätigt: Ich bin nicht allein.

    Beste Grüße
    Zoltan Sabov

  37. Pavel Osipovic sagt:

    respekt !!!
    ganz meine Meinung.

  38. Michael Reinke sagt:

    Danke für diese erhellenden Zeilen. Leider bleiben die Argumente der Frau Krone-Schmalz in Talkshows, Internetforen und Printmedien oftmals unwidersprochen, da es an argumentativer Kraft, ihnen zu begegnen, offensichtlich manchem mangelt. Ich schließe mich der Stringenz Ihrer Ausführungen, die aus historischen wie auch Ihren persönlichen Erfahrungen fußen, uneingeschränkt an. Ist schone eine Antwort oder Reaktion von Frau Krone-Schmalz auf Ihren offenen Brief bekannt?

  39. V.Dause sagt:

    Matthias Freise, Sie schreiben – „Russland steht für mich für andere Werte. Diese Werte zu propagieren, das und nur das heißt für mich Russland verstehen“. Können Sie bitte die Werte auflisten, die Sie bereit sind, zu propagieren? Danke

  40. Bravo! Hervorragend.
    Danke und herzliche Grüße
    V. Stoupel

  41. VS sagt:

    Sie lieben das russische und das ukrainische Volk so sehr, wie es auch Obama liebt oder die Hausfrau Lieschen Müller. Ihre Liebe zu Russland, Ihr blutendes Herz, Ihre Empathie und Ihre physischen Schmerzen, die vielen Monaten Ihres Lebens… So ein Pech aber auch: Russland hat „einfach kein attraktives Gesellschaftsmodell“, und nun stehen Sie dafür, andere „Werte zu propagieren“ und die Menschen „schauen reflexhaft weg“, sind auf „ihre Alltagsprobleme fixiert“ und wissen das nicht zu schätzen… Ich glaube, sowohl das russische als auch das ukrainische Volk würden gern auf Ihre Liebe verzichten. Aber man kann sich oft nicht aussuchen, von wem man geliebt wird.

  42. Harald Nadler sagt:

    Hallo Herr Freise,

    ich habe Ihren Beitrag zweimal gelesen. Ich halte Putin für ein gefährlichen und rücksichtlosen Menschen. Er geht über Leichen, ein Menschenleben interessiert Ihn wenig, Parallelen zu Stalin, Moa und Hilter sind bei ihm zu entdecken. Man muss ihn stoppen, jetzt ist die Nato – vor allem die USA – gefragt. Die Europäer reden viel und sind schwach. Die Bundeswehr ist heruntergewirtschaftet, sie kann nicht mal Waffen zu Kurden mit ihren maroden Transallflugzeugen, fliegen. In der Ukraine muss Putin gestoppt werden, sonst droht ein europäischer Flächenbrand.
    Freundliche Grüße

    • Freise sagt:

      Hallo Herr Nadler,
      ich wollte gerade nicht zum Krieg gegen Russland aufrufen. Auch wenn man einige Passagen aus der Rede des Englischen Königs vom 3.9.1939 auf Putin münzen kann. Polen hatte sich versichert durch Garantieerklärungen Englands und Frankreichs, die dann auch eingehalten wurden. Die Ukraine war nicht versichert. Aber was viel länger wirkt als territoriale Eroberungen, dass sind die Bilder im Kopf. Noch heute schallt Deutschen im Ausland vielfach der Ruf „Nazi!“ entgegen – in Holland, Frankreich… Russland hat sich selbst aus Europa herauskatapultiert, sich zum Paria gemnacht, und dieser Schaden wird Jahrhunderte nachwirken. Das kann mich nicht freuen, so wenig wie es mich freut im Ausland als Nazi beschimpft zu weerden, nur weil ich Deutscher bin.

  43. Clarence Johnson sagt:

    Habe gerade Ihren herzzereißenden Brief gelesen. Also ich weiß nicht wo ich anfangen soll, deswegen antworte ich Ihnen nur stichwortartig:

    – In einer sachliche Debatte gegen Frau Krone Schmalz würden Sie mit Ihrer geheuchelten Russlandromantik ziemlich alt und lächerlich aussehen
    – Ihr Algerien vergleich ist unfassbar lächerlich
    – De Gaulle hat die Nato verlassen! Von wo bekommen Sie ihre Fakten??
    – Ihr Titel als Professor für Slavik etc ist einfach nur peinlich. Sie zeigen mir ihrem Brief den verkümmerten Geisteszustand unserer sogenannten Bildungselite
    – Sie sind keine erst zu nehmende Person und haben keine Ahnung von Russland. Nur weil Sie die Sprache sprechen und dort gelebt haben ist das keine Zertifizierung irgendeiner Qualifikation wie sie es mit Ihrem ober peinlichen Brief bewiesen haben.

    Schönen Tag noch Herr Faktenverdreher

  44. Helge sagt:

    Hallo,

    danke dafür, dass Sie das, was ich denke und, was sicher Tausende auch denken, wenn Sie die unverständliche Art und Weise von Frau Krone-Schmalz sehen und lesen, denken. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man die Augen, so wie Frau Krone-Schmalz, vor der Realität verschließt und sich immer wieder und wieder etwas versucht einzureden und dies auch noch öffentlich mit einer Vehemenz vertritt, die den Eindruck vermittelt, da hält sich jemand für unfehlbar. Wie sieht es denn aus mit den neuesten Nachrichten, Putin spricht offen von einer Annektion der Krim, zwielichtige Gestalten werden ausgezeichnet, Oppositionell, die mit Sicherheit auf Tritt und Schritt überwacht werden, werden an einem der best gesicherten Plätze in Moskau erschossen……..wie kann Frau Krone-Schmalz davor die Augen verschließen?

    • Jewgenij Petrovic Gerasimenko sagt:

      — „Ich kann nicht nachvollziehen, wie man die Augen, so wie Frau Krone-Schmalz, vor der Realität verschließt und sich immer wieder und wieder etwas versucht einzureden und dies auch noch öffentlich mit einer Vehemenz vertritt, die den Eindruck vermittelt, da hält sich jemand für unfehlbar.“ —

      Liebe Helge,
      angesichts eines solchen Kommentares, frage ich mich dasselbige bei Ihnen. Sie gehen zu sehr davon aus, dass die Welt und darin der Krieg in der Ukraine eingeschlossen einer objektiven Realität entspricht. Ich gebe Ihnen insofern Recht, dass Frau Krone-Schmalz ihre Augen für fiktive Realitäten wie die Ihre verschlossen hält – Gott sei Dank!
      Seien Sie dankbar, dass Ihnen in unseren so ziemlich gleich geschalteten Leitmedien, noch überhaupt jemand im Blick auf Russland eine andere differenzierte Sichtweise bietet – willkommen in unserer Demokratie.
      In diesem Sinne kann man eher davon sprechen, dass man dem westlichen Bürger in einer unangenehmen, selektiven und arroganten Weise „immer wieder und wieder“ bemüht ist einzutrichtern, dass er im Gegensatz zu Russland der eigenen Propaganda vertrauen darf.
      Wie und in welcher Weise Frau Krone-Schmalz gelegentlich eine etwas schulmeisterliche Art bei TV-Diskussionen an den Tag legt, wird nicht minder von ihren Diskussionpartnern bedingt; ich kann mir gut vorstellen, dass sie von unqualifizierten Zwischenrufen seitens ihrer Gesprächspartner mehr als nur genervt ist; zudem werden gerne komplexe Themen z. T. oberflächlich abgehandelt und eine vorherrschende mediale Meinung (wer hätte es gedacht) untermauert – damit kann sich ein Journalist nicht anfreunden. Frau Krone-Schmalz hat in der Tat sehr viel zu sagen, diese Gelegenheit nutzt sie in ihrem Buch. Zum Thema „Sich-für-unfehlbar-halten“ empfehle ich Ihnen einen kritischen Blick auch auf die Gegenseite zu nehmen – bei Vielen ist eine solche Haltung vorzufinden, durch eine sehr subtile Art aber eher verborgen.

      Beste Grüße
      Jewgenij Petrovic Gerasimenko

  45. Chewan sagt:

    Herr Freise,

    vielen Dank für diesen offenen Brief.
    Sie schreiben mit sehr viel Respekt Frau Krone-Schmalz das, wie ich es nicht in Worte fassen konnte.
    Überall lese ich entweder Stammtischparolen oder Propaganda.
    Sie aber bringen es für mich auf den Punkt.
    Vielen Dank dafür.

    gruss chewan

  46. Robert Hagen sagt:

    Eine stark und m.E. vollkommen richtige Erwiderung auf die geradezu unbegreiflichen Einlassungen von Frau Krone-Schmalz in verschiedenen talk shows, die sie nun wohl auch in ihrem Buch vertritt! Die Frage, die mich dabei aber unablässig beschäftigt, ist, warum „tickt“ diese Frau denn so, der wir ja manch intelligente Analyse aus der Zeit der SU verdanken?

  47. An alle Putinversteher!

    Die Diskussion in der Talkshow «Menschen bei Maischberger» im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) am 24.02.2015 war für mich schon Anlass genug. Der grausame Mord von Boris Nemzov in Moskau, am 27.02.15 wurde jetzt aber der letzte Tropfen, der das Fass meiner Geduld zum überlaufen brachte und somit die tote Stille meiner Schweigsamkeit endgültig durchbrach.

    Ich kann und will nicht mehr tatenlos und schweigend zusehen, wie die vielen, vor allem auch renommierte, Vertreter des Westens, einige zynisch, die anderen aber scheinend mit Überzeugung, alles wofür eigentlich seit je und je der Westen stand, alles, was er für unterdrückte Völker dieser Welt repräsentierte, und alles, was den Unterschied zwischen der Freiheit und Demokratie und Totalitarismus ausmachte, mit Füßen zertreten und somit, ohne es zu ahnen, sich selbst eigenhändig die Schlinge um eigener Hals festziehen.

    Es kommt mir wie das Stockholmer Syndrom vor! Sind Sie etwa bemüht dem Henker seine Arbeit zu ersparen? Bitte, hören Sie auf, den Henker der Ihnen gerade Ihre Henkersmahlzeit zubereitet, verstehen zu wollen, es sei denn Sie seien überzeugt, Sie hätten das, was er vorhat, verdient!

    Ich möchte aufschreien, bis meine Stimmbänder nicht mehr mitmachen – HALT, STOP, AUSZEIT!

    Allen, die mit einer arroganten «besserwisserischen» Haltung versuchen, putins Handlung zu verteidigen, möchte ich ein Paar Fragen stellen:

    1) Würden Sie genauso reagieren, wenn Ihr Land auf diese zynische Art angegriffen worden wäre?
    2) Würden Sie genauso reagieren, wenn sich (um Gottes willen, aber nur so, als Beispiel) das Bundesland Brandenburg mit Hilfe «höflicher grüner Männchen» und unter Vorwand eines Referendums plötzlich als unabhängig erklären würde?
    3) Würden Sie genauso reagieren, wenn das Ihre Mitbürger und Mitbürgerinnen, Ihre Verwandten, Ihre Söhne und Ihre Töchter wären, die dort sterben?
    4) Würden Sie genauso reagieren, wenn Russland keine Atomwaffen hätte?
    5) Und zum Schluss – möchten Sie in Deutschland, und dann letztendlich in ganz Europa, unter «putinistischen» Verhältnissen leben?

    Wenn Sie dazu neigen alle, oder zumindest nur die letzte Frage mit einem «nein» zu beantworten, dann sollen Sie nur eins bedenken – genau das wird geschehen, wenn Sie nicht dringend aufhören von Russland zu reden, wo Sie eigentlich nur die verbrecherische Putinspolitik meinen!

    Ich bin Österreicher. Geboren und aufgewachsen bin ich aber in Russland. Knapp die Hälfte meines Lebens lebte ich in Russland. Ich ging in eine russische Schule, ich lebte ein russisches Leben als einer unter den anderen Millionen Russen. Ich habe auch beim russischen (damals noch sowjetischen) Militär meinen Wehrdienst absolviert. Ich habe meine Kontakte mit Russland nicht abgebrochen. Meine Frau ist eine Russin und die ganze Familie, samt Kinder, spricht zu Hause Russisch. Natürlich habe ich viele russische Freunde und Verwandte. Und schon allein darum, glaube ich, (auch, wenn ich keine renommierte Persönlichkeit bin) ein kleines Bisschen besser beurteilen zu können, was tatsächlich in Russland los ist, was die Russen selbst davon halten und schließlich, was die wirklichen Gründe für die Katastrophe in der Ukraine sind.

    Besser, als die, sich mit typisch russischer «Besserwisserkrankheit» angesteckter Möchtegerne-Russlandkenner, die ständig anstatt mutig und ehrlich das Wort «putin» in den Mund zu nehmen ohne mit der Wimper zu zucken, schlicht «Russland» sagen.

    Bringen Sie da nicht etwas durcheinander? Und ist vielleicht nicht ein denkbarer Grund hierfür, dass diejenigen seltenen Vertreter des Westens, solche wie z.B. der deutsche Journalist und Buchautor Boris Reitschuster​, die es wagten die Dinge offen und bei Namen zu nennen, sind jetzt lebensbedroht (was sich übrigens mittlerweile durch einen grausamen Mord an Boris Nemzov bestätigte und somit berechtig wurde) und in Russland Persona non grata sind?

    Und noch eine wichtige Frage möchte ich Ihnen stellen – warum hat «mich» keiner gefragt? «Mich» unter Anführungszeichen, weil ich darunter Abertausende, vielleicht gar Millionen Menschen wie mich meine? Von über 140 Millionen Russlandeinwohnern ganz zu schweigen!

    Sie sagen der Westen hätte die Interessen der Russen berücksichtigen sollen, um den Konflikt in der Ukraine nicht zu provozieren.

    Hören Sie bitte auf mit dem Schwachsinn! Die Russen haben kein Interesse einen Krieg zu führen, und deren Söhne und Töchter sterben zu lassen! Die Russen haben kein Interesse ihre Brüder und Schwester in der Ukraine zu töten! Wenn Sie sich dabei aber auf einen Abschaum von ein paar tausenden Kriminellen, die zum Teil nicht einmal freiwillig, von ganz Russland zusammengetrieben und zum Krieg gezwungen werden, oder auf die armen Wehrdienstpflichtigen, die man auch, zum größten Teil durch Beraubung ihrer Rechte mit Drohungen, Betrug und Gewalt, zum Kämpfen zwingt, oder auf die wenigen, deren Kopf von putins «gebels-TV» komplett verdreht wurde, berufen, so bedenken Sie nur eins – wäre das alles ohne putin möglich?

    Putin mit seiner Bande vertritt nicht die Interessen der Russen! Und nicht die Interessen Russlands! Diese Kriminellen reissten die Macht mit dubiösen und rechtswidrigen Methoden an sich und machten alle Russen und auch das ganze Land zu Ihren Geiseln!

    Das Einzige, woran Sie Interesse haben ist, ihre Beute aus den mörderischen Raubzügen zu vermehren und nicht zu verlieren. Und das einzige Mittel hierzu, ist um jeden Preis und mit jedem Mittel an der Macht zu bleiben. Ansonsten haben sie Angst, nicht nur alles was sie erbeutet hatten zu verlieren, sondern auch ihr eigenes Leben. Denn sollten sie eines Tages nicht mehr an der Macht sein, werden die Verbrechen, die sie begonnen haben, unvermeidlich aufgeklärt und sie werden zu Verantwortung gezogen!

    Also um die Frage «who is tatsächlich mr. putin» zu beantworten, brauchen Sie nur nicht faul und dem Umgang mit Google nicht scheu zu sein! Hierfür nur einige Belege aus seinen früheren Zeiten, lange bevor er zum Präsidenten wurde:

    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/a-248494.html

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27163314.html

    Wenn nicht diese Tragödie in der Ukraine wäre, würde mir die ganze Geschichte wie ein billiger Farce erscheinen, über eine Witzfigur, einen unglücklichen, albernen Kleinganoven, der aus der Gosse kam, rein zufällig einen Jackpot im Lotto aufriss, auf Grund dessen sofort begann an seine göttliche Bestimmung zu glauben, sich einen teuren Anzug kaufte und unbedingt ein Mitglied eines elitären Schachklubs werden wollte. Man ließ ihn zwar dem Schachklub beitreten, aber als er begann beim spielen trotz (oder gerade auf Grund von?) Mogeln, Schummeln und miesen Tricks ständig nur zu verlieren, schnippte er in einem Hysterieanfall alle Figuren vom Brett weg, reiste das Brett an sich und begann seine Spielgegner mit dem Schachbrett auf den Kopf zu hauen, anscheinend mit der Überzeugung, so die Klubmitglieder zu zwingen ihn respektvoll zu behandeln und ihn als gleichwertiger Spieler anzuerkennen. Da sein Schachbrett aber einen nuklearen Sprengkopf hat, sind sie lieber putinsversteherische Klubmitglieder, offensichtlich willig, nicht nur sein enorm krankes Verhalten über sich ergehen zu lassen, sondern auch diesen für ihn noch zu rechtfertigen. So scheint sich, durch ihr unterwürfiges Verhalten, seine Überzeugung zu bestätigen!

    Es ist mir schon klar, dass Sie somit höchstwahrscheinlich nur zu verhindern versuchen, dass der Krieg bald auch vor Ihrer Tür steht. Aber glauben Sie mir, Sie erreichen damit nur das Gegenteil! Warum sollte er aufhören, wenn er sich durch Ihre Reaktion in seiner perverser Überzeugung bestätig fühlt?

    Also, wenn Sie, lieber Putinversteher, tatsächlich überzeugt sind, dass Sie auch weiter dies über sich ergehen lassen wollen, und darüber hinaus solch ein Verhalten akzeptieren und nach solchen abartigen Spielregeln spielen wollen, dann sollten Sie vielleicht über einen Umzug nach putins Russland und eine Integration in seine Strukturen nachdenken. Ich bin aber gespannt, wie lange Sie dort zufriedene Gesichte behalten werden und wie lange es dauern wird, bis Sie hals über kopf von dort fliehen werden!

    P.S.
    Und noch eins sollen Sie bedenken. Putin lebt nicht ewig. Früher oder später wird seine Macht vorbei sein. Früher oder später wird Russland sich zu einem demokratischen, freiem Rechtsstaat entwickeln. Und dann werden alle seine Verbrechen und somit auch sein Leitmotive aufgedeckt und veröffentlicht. Und dann werden Sie sich dafür schämen, dass Sie ihn verteidigt hatten.

  48. Анна Эйрих sagt:

    Sehr geehrter Herr Freise,

    ich erlaube mir zu behaupten, dass ich Russland viel besser verstehe als Sie. Ich war dort nich nur „viele Monaten“ gewesen, sondern viele Jahren. Genauer gesagt 24. ich habe dort studiert und beherrsche die Sprache auf höheren Niveau. Alle Klassiker, die Sie aufgezählt haben, habe ich in Original gelesen.

    Herr Freise, wenn Sie sich als Russlands Expert und vor Allem als Kenner der russische Seelenlage bezeichnen, warum wird es Ihnen eine triviale Sache nicht klar: für Russland ist das westliche Demokratie Modell nicht anwendbar. Das ist ganz andere Maßstab, Kultur und Mentalität. Genauso wie in China oder arabische Länder. Man kann das Modell einfach nicht übertragen.

    Bezeichnen Sie die neue Regierung in Ukraine als demokratisch? Lächerlich! Sie stehen vielleicht gerade vor Westen/USA, ja. Aber sie sind genauso korrumpiert wie die davor und dem Land geht noch viel schlechter als bei der alten Regierung.
    Denken Sie, dass in Ukraine die Meinungsfreiheit gibt? Auch lächerlich! Mir sind die Fakten von direkten Zeugen in Odessa bekannt, dass dort die Leute, die „Maidan“ kritisiert haben, wurden umgebracht oder sitzen im Gefängnis. Was ist dann Unterschied, zwischen Stalin und die neue „demokratische “ Regierung in Ukraine?

    Подавляющее большинство Россиян, а в особенности интеллигенция рассматривают развитие западной модели как деградирующей с моральной точки зрения. Утеря моральных ценностей, о которых кстати так часто упоминал Достоевский, уход от христьянских понятий, все эти завоевания Запада имеют совершенно другую оценку в России.

    • Freise sagt:

      Sehr geehrte Frau Eirich,
      besonders interessant fand ich Ihre Einlassungen auf Russisch. Dass Russland die letzte Bastion christlicher Werte sei, die im Westen zerstört würden, ist wahrlich eine Antwort wert. Diskriminierung von Schwulen und Lesben – ist das christlich? Missachtung der Menschenrechte? Sie verwechseln Konservativismus mit Christentum. Christlich ist der Ruf nach Freiheit und nach Respekt für die Würde und das Leben des Anderen. Haben Sie die Plakate gesehen, auf denen zur Hetzjagd gegen Nemcov und seine Freunde aufgerufen wurde“? „Чужие между нами“
      – срам и стыд! Für eine solche Kampagne würde man in Deutschland nach § 130 Strafgesetzbuch (Volksverhetzung) angeklagt.

  49. Erik sagt:

    Eine sehr naive Sichtweise, gerade vor dem Hintergrund der Geständnisse von Obama und Nuland, eine beträchtliche Summe in den Putsch in der Ukraine investiert zu haben. Und wenn man an die Losungen des Kiever Maidan denkt („Alle Russen auf den Galgen!“), da blutet einem tatsächlich das Herz bei dem Gedanken, wen man dort an die Macht gebracht hat. Es ist allzu verständlich, dass man in Russland keine Wiederholung möchte. Außerdem, was wäre denn die Alternative zum „Diktator“? Der Nationalist Navalny, der Kaukasier fur Ungeziefer hält und bei den „Russischen Märschen“ in den ersten Reihen mitmarschiert? Definitiv nein!

  50. Mario Monaro sagt:

    Danke, dass ich Ihren inspirierenden Brief mitlesen durfte. Einige meiner schönsten privaten Erlebnisse verbinden mich mit Russland und ich bedauere, dass die aktuellen Ereignisse Gräben schaffen, die nicht sein sollten.

  51. Ich lebte in der UdSSR 30 Jahre, nehme mir das Recht zu bahaubten, dass ich Russland kenne.
    Ihre Argumente sind die pure Warheit.

  52. Susanne Mvuyekure sagt:

    sorry, jetzt alles zusammen!
    Sehr geehrter Herr Freise,
    man muss Diktatoren ja nicht liebend verehren- man kann nur respektieren, daß in Rußland Chao verhindert wird, solange Putin regiert, und nicht alle die Macht und Geld haben, das Reich im Chaos versinken lasen. Ein Vergleich mit Syrien gefällt Ihnen sicher nicht, drängt sich mir aber einfach auf! Wie schön war da Land, als die (häßliche) Assad Familie alles kontrolliert hat- unter dem alten mit noch mehr Brutalität als bei Bashar- Korruption, Meinungskontrolle, Ungerechtigkeit- was ist das gegen die totale Zerstörung? Doch das ist meine große Angst, das dieses Schicksal Rußland und die Ukraine treffen könnte, wenn der Westen eine Überlegenheit seines „demokratischen“ System benutzt, um Hegemonialansprüche damit zu kaschieren. USA-Europa möchte sich nur noch mit China die Welt aufteilen, Rußland soll entmachtet werden. Das würde den großen russischen Dichtern und Denkern, die Sie benannt haben, nicht gefallen, oder was meinen Sie? Und lohnt sich ein Regime-Change Ukraine , wenn bei uns die Atomraketen aufschlagen?
    Ihr spielt alle wie die Kinder mit dem Feuer, und wenn ihr noch so viel Gründe und Wissen habt etwas zu kritisieren- gerade deswegen seid ihr eine Gefahr für die -leider fragile- Welt…
    erst kommen Wissenschaftler und die medialen Wahrheitsverkünder, dann die die ach so nötigen Kriege vorbereiten mit diesem Überlegenheitsanspruch (des Westens) , dann die die sie ausführen! NATO (plus Geheimdiente und Söldnertruppen) sei dank!

    Rußland oder die Ukraine zu schützen vor der Einmischung de Westens, und nicht des Ostens, das wäre m.E. das Gebot der Stunde – und da liegt Frau Krone-Schmalz ja ganz richtig:)

    PS: noch hinzufügen möchte ich die Bitte, vor dem Gutheißen von Sanktionen auch an die Lage der Menschen in ehemaligen Sowjetrepubliken zu denken. Da der Vater meines Töchterchens aus Tadschikistan kommt, weiß ich sozusagen aus „erster Hand“ welche Auswirkungen die Sanktionen jetzt schon haben. Die Land gehört zu den ärmsten Ländern mit einem Pro-Kopf Einkommen von etwa 1700 US $ und die gesamte arbeitsfähige männliche Bevölkerung hat mangels innländischer Produktion, bzw. einer gescheiten Politik, keine Möglichkeit die Familie zu ernähren, als durch Arbeitsimmigration nach Rußland. Bildlich gesprochen landet der Schaden, der Rußland zugefügt wird, postwendend bei den Ärmsten der Armen- die aber jetzt sogar schon viele ukrainische Flüchtlinge haben.

  53. Karin Domig sagt:

    …herzlichen Dank für den Artikel! – mich würde auch noch interessieren, warum die regierung kremel und das volk derart voneinander ‚abgetrennt‘ sind und wäre es nicht denkbar, dass es einen grossen eurasischen wirtschaftsraum z.b. wie mit den usa, quasi ein russisch- europäisches wirtschftsabkommen?

    ich fände, das könnte manche konflikte lösen bzw. diese würden dann auf der richtigen ebene ausgetragen…. und sie haben recht, um das andere zu konsumieren, müssen keine grenzen verschoben werden, wir sind eine gemeinschaft die übergeordnete verbindungen eingehen kann, kriege sind eigentlich ueberholt und nicht mehr zeitgemäss.

  54. Christian Waldner sagt:

    Hallo,

    als erstes stelle ich mal die Frage in den Raum ob man das Buch gelesen hat und ja es gibt Punkte da stimme ich zu. Aber auch stelle ich mir die Frage ob man nicht auch als Professor der gepredigten Romantik einer Scheinwelt so verfallen ist das man die Realität dem „Jetzt“ verliert bei seiner Idealen Weltanschauung? Sind sie in Ihren Sozialen Umfeld in Russland nicht vorbelastet? Aber das Russische Volk gehört zu einen der mit am gebildetsten dieser Erde und das Land wo überdurchschnittlich viele die Hochschulreife erlangen und am Ende auch ein Studium abschließen. Denken Sie nicht das es in der Lage ist Ihren Präsidenten und sein Handeln realistisch einzuschätzen und das Erreichte bewerten können und dabei die gegeben Möglichkeiten einfließen lassen in Ihrer Einschätzung? Es ist gar nicht möglich meiner Ansicht nach über Russland objektiv zu urteilen wenn man noch davon spricht das es eine Mögliche Gefahr einer Kolonialmacht sprechen ? Also ich bitte Sie? Und wie glauben Sie das es zu einen Pulverfass in der Ukraine kam? Wegen fehlenden Russen Pop? Das ist doch absurd hier aufzuführen, wir sollten uns doch mal vor Augen führen mit was für Neuregelungen bzw Gesetzesänderungen man sich als Neue Regierung präsentierte und es war nicht nur die Einschränkungen der russischen Sprache entscheidend! Ich denke da nur an die Äußerungen der bekannten ukrainischen Rolli Fahrerin im Radio. Das es in der Westukraine einen willen der Demokratisierung und Korruptionsbekämpfung gab will ich nicht bestreiten aber die Art und Weise wie dieses Ausgeufert ist hat damit nichts zu tun. Ich denke nur mal an das „Demokratische Hopsen“ oder die „Demokratischen Stadtbegehungen im Fackelschein“! Ich kenne die Ukraine noch so da ist mir gar nicht bewusst gewesen das es zwei ethnische Gruppen sind und ich habe viel Menschen dort kennen lernen dürfen, da ich als Eisenbahn Verrückter mit Fotoapparat sofort angesprochen wurde und die Menschen einen sehr oft einladen wenn man mit Ihnen ins Gespräch kommt. Was mit der Bandera Epoche ins Land kam ist mir unverständlich und das dieses so Ignoriert wird und man sogar mit der Ukraine im Bandera Style gegen Russland wettert ist für ein Unding das ich nicht in Worte fassen kann. Sie mögen zwar kein Verfechter Banderas sein aber mit Ihren dargelegten Blick sind Sie wenn auch unverschuldet neuen Nährboden streut und mit Ihren offenen Brief weiter Öl in die Flammen gießen. Ich bin auch nicht im Bilde was sie von der Sowjetunion persönlich erleben konnten aber ich spreche Ihnen jedes Recht ab über dem Sowjet bzw seiner Ideologie zu urteilen ab und finde eine Sympathie Bekundung von Ihnen nicht nur Fraglich sondern auch Schizophren. Mfg Christian Waldner

    • Freise sagt:

      Sehr geehrter Herr waldner,
      sogar Ihnen antworte ich. Aber nur zu einem Punkt. Ja, es gibt viele akademisch gebildete Russen, und die akademische Ausbildung in Russland ist immer noch gut. Sie können sehr wohl beurteilen, was in ihrem Land passiert, das freut sie keineswegs, aber sie haben Angst. Angst vor dem „Chaos“, Angst vor einer „blutigen Revolution“ (ich glaube allerdings nicht, dass Nemcov der Typ Revoluzzer war, vor dem man hätte Angst haben müssen). Sie können sich einen friedlichen Wandel nicht vorstellen. Dann soll lieber alles so schlecht bleiben, wie es ist. Das Problem ist, dass man für einen friedlichen Wandel Hilfe braucht. Die Ukraine will sich helfen lassen (hofft man). Russland ist dagegen ein schlechter Patient – er will sich nicht helfen lassen. Doch selbst das stolze Albion ist schließlich in die EU eingetreten, wenn auch widerwillig (obwohl Großbritannien schon ein Rechtsstaat war, aber eben so überzeugt von seiner imperialen Größe). Ich sehe im EU-Beitritt Russlands die einzige Perspektive für einen friedlichen Wandel. Nach Putin.

  55. Max Gutbrod sagt:

    Derartige Debatten sind ja immer gut, weil sie die Standpunkte oder Ansätze klären. Wenn oben der russischen Regierung Zynik als offenbar unabänderliche Charaktereigenschaften vogeworfen wird, wird diese Zynik und ihre Ursachen wohl als wissenschaftlich unerheblich unterstellt. Das mag literaturwissenschaftlich richtig sein, findet sich aber in der Stellungnahme zu einem Buch, das politisch ist. Politisch verstanden wäre ein so subjektiv geprägter Vorwurf nur als Ausdruck des ihrerseits eigentlich einer Reflexion der Mittel bedürfenden Wunsches verstanden werden, die russische Regierung möge untergehen. Wenn letzteres richtig ist, müsste – jedenfalls von einem umsichtigen Wissenschaftler aus gesehen – darüber nachgedacht worden sein, was danach kommt. Dabei wäre immerhin zu berücksichtigen, dass doch eine erhebliche Zahl von Ländern, die aus der Sowjetunion hervorgegangen sind, strukturell ähnliche Regierungen wie Russland haben. Oben wird aber sozusagen die jeweilige Regierung getrennt von ihrem Volk gedacht, als käme die Regierung nicht zumindest aus einem Teil des Volkes. Oder, im Vergleich: Offenbar soll heute etwas wie Th. Manns „Bruder Hitler“ nicht mehr denkbar sein, warum?

    Um einen möglichen falschen Eindruck zu vermeiden, möchte ich mit der Bemerkung schliessen, dass ich ähnlich verwunderte Fragen an Frau Krone-Schmalz richten könnte, aber nicht meine, dass diese differenziert genug für Antworten denkt.

    • Freise sagt:

      Sehr geehrter Herr Gutbrod,
      zur Frage, was danach kommen könnte, verweise ich auf meine Antwort auf Herrn Waldner in diesem Blog
      MFG, M. Freise

  56. Sven sagt:

    Vielen Dank für diese Gedanken, Herr Professor Freise! Haben Sie auch eine russische Version?

  57. Georg Lolos sagt:

    Danke, lieber Herr Freise! Ein berührender Brief!

  58. Yaroslav sagt:

    Vielen herzlichen Dank Herr Professor Freise für Ihre Worte und Ihren gesunden Menschenverstand. Dass was Sie und Frau Krone-Schmalz grundsätzlich unterscheidet ist die Liebe zu zwei verschiedenen Dingen: Russland als Land und Russland als Staat. Das Land kann man lieben, mit seiner Kultur, Sprache und Menschen, aber den Staat – für den gab es einen passenden Begriff vom „Völkergefängnis“ – diesen Staat kann man nur verabscheuen und sogar hassen. Denn mit fast keinen Ausnahmen war seine Geschichte von Gewalt, Lüge und Missachtung sämtlicher Freiheiten gekennzeichnet. Ich bin gespannt auf die Antwort der Adressatin, habe aber keine Illusion, dass sie genug Integrität und Mut besitzt, der Wahrheit in die Augen zu schauen. Denn zwar hieß die Haupzeitung des Landes bis vor kurzem „Wahrheit“ (Prawda), jedoch für echte Wahrheit riskierte man in Russland immer mit dem Leben. Der jüngste Mord an Boris Nemzow ist ein weiterer tragischer Beleg dafür…

  59. Robert Dahmer sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Freise,
    ich danke Ihnen für diese offenen Worte und verbleibe mit der Hoffnung, dass diese Wirkung zeigen.
    Mit freundlichen Grüssen
    Robert Dahmer

  60. Dr.Falk Bomsdorf sagt:

    Schöner Text. Mit allem einverstanden, außer: zuviel der Ehre für die Dame Schmalz. Sie ist weder wirkliche Historikerin noch wirkliche Journalistin, auch keine Medienwissenschaftlerin und schon gar nicht eine Russlandkennerin. Sie spiegelt all das nur vor, so ähnlich, wie in Russland von der „Macht“ alles Mögliche vorgespiegelt wird, von der Demokratie (früher jedenfalls) über den Föderalismus bis zur Justiz.
    Insofern ist das vom Autor erkennbar vergossene Herzblut ob des Kremlkriegs gegen die Ukraine und gegen Europa zwar verständlich. Aber das Machwerk der Dame ist der falsche Anlass.
    Schön der Satz übrigens: „Angesichts des aktuellen Zynismus im Kreml war mir selbst die Sowjetideologie sympathischer.“ So etwas habe ich auch des Öfteren gesagt.

  61. Falzboden Leonhard sagt:

    diesem bericht möchte ich mich in allen worten anschließen.

  62. stefan M. sagt:

    Herr Prof. Freise,

    ihr Anliegen ist ehrenwert und ihre Argumente regen zum Nachdenken und Diskutieren an. Nachdem ich Krone-Schmalz in einigen Talkshows erlebt habe, schätze ich die Chancen für einen fruchtbaren gegenseitigen Austausch von Argumenten als marginal ein. K.-S. ist unglaublich arrogant und besserwisserisch, geradezu messianisch. Der Grund ist einfach: Ihr Russland-Bild zehrt noch von den persönlichen Eindrücken vor 25 Jahren. Damals wollte sich Russland dem Westen öffnen.

    Es gab übrigens auch viele germanophile Ausländer die in den 1930ern ein viel zu positives/unrealistisches Bild von der deutschen Kulturnation gehabt haben – ebenfalls weil ihre Sozialisation und Prägung auf eine andere Epoche beruht hat.

  63. Mathea Schülke sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Freise. Mit ihrem Brief sprechen Sie mir aus dem Herzen. Ich habe selbst viele Jahre in der Sowjetunion/Russland verbracht – als Studentin, als Korrespondentin für die Deutsche Welle. Zuletzt war ich als Reporterin für die Tagesschau in der Ukraine. Auch ich liebe Russland, die russische Kultur und Kunst, habe dort viele Freunde. Auch ich verzweifle manchmal daran, dass meine russischen Freunde nicht eindeutiger Partei gegen das Regime ergreifen, nicht aufstehen und gegen die russische Ukraine-Politik oder politische Morde auf die Straße gehen. Aber ich weiß, warum das so ist und gebe es nicht auf, mit ihnen zu diskutieren. Was ich unerträglich finde ist, wenn selbsternannte Russland-Versteherinnen wie Gabriele Krone-Schmalz, die – wie sie richtig schreiben – nicht das Volk, sondern die Führung „verstehen“, anderen das Verständnis für Russland absprechen oder sogar Kriegshetze unterstellen. G. Krone-Schmalz selbst begibt sich mit ihrem unreflektierten oder- noch schlimmer – gewollten Verständnis für die Kreml-Politik auf die Seite derer, die für Krieg und Unterdrückung, für die Verletzung von Völkerrecht und demokratischen Grundrechten verantwortlich sind. Damit hat sie sich selbst diskreditiert. Gut, dass sie diese klaren Worte geschrieben haben!

  64. Einfach total genial auf den Punkt gebracht. Vielen Dank an den Verfasser Matthias Freise!

  65. Christoph Müller sagt:

    Phantastisch! – sehr gut, sehr aufrichtig, sehr kenntnisreich, sehr überzeugend geschrieben. Möge dieser offene Brief natürlich die Adressatin auch mental erreichen (woran ich meine Zweifel habe) – aber möge dieser offene Brief auch bei einer großen Zahl der linksradikalen Amerikahasser einen Meinungswandel hervorrufen.

  66. Jan Kisling sagt:

    Wunderbar, Sie sprechen mir aus der Seele. Danke!

  67. soehnke grothusen sagt:

    Lieber Herr Freise,

    danke für diese klare und emphatische Stellungnahme! Ich denke, Sie legen den Finger in die richtige Wunde, wenn Sie zunächst einmal sehr deutlich zwischen der politischen Führung der Russischen Föderation und der Bevölkerung unterscheiden. Vielleicht sollte man, auch wenn dies umständlicher wäre, ganz darauf verzichten, in den Nachrichten von Staaten zu sprechen, als wären diese homogene Akteure auf der politischen Bühne.

    Was ich persönlich prinzipiell nicht ganz verstehe, ist, warum man es sich in den deutschen Medien mit dem ‚Verstehen‘ Russlands so einfach macht. Wenn hier die überregionalen Tageszeitungen sowie die Nachrichten über die russische Politik berichten, so scheint diese ganz mit Vladimir Putin gleichgesetzt zu werden (Überschriften wie „Putins Krieg“, „Putins Lügen“ etc. finden sich ja fast täglich, unabhängig von den politischen Richtlinien der Herausgeber). Wenn dann plötzlich neben der APO Navalnys ein Name wie Boris Nemzov tragischerweise auftaucht, dann wundert man sich, weil man doch eigentlich dachte, es gäbe im Kreml überhaupt keine Opposition. Diese scheint immer erst wahrgenommen zu werden, wenn sie entweder tot oder hinter Gittern ist, was dann wiederum zynischerweise das Klischee bestätigt, in Russland gebe es nur das ‚Einige Russland‘. Es scheint doch so zu sein, dass auch das politische Milieu in Moskau komplizierter ist, als es die etwas bequeme (und sicherlich auch historisch begründete) Vorstellung, ein Mann ziehe letztlich alle Fäden, nahe legt. Vielleicht sollte man nicht unterschätzen, dass die zentralen Akteure auf Seiten der Separatisen im Donbass auch wissen, dass Putins mühsam aufrechterhaltenes Image des ’starken Mannes‘ ihnen letztlich in die Hände spielt, indem sie den Kreml auch ihrerseits unter Zugzwang setzen können.

    Was ich auch nicht verstehe, ist, warum hierzulande nur die russischen Staatsmedien wahrgenommen werden. Ich muss dann immer daran denken, welches Bild im Ausland entstehen würde, wenn von Deutschland nur bestimmte, meistgelesene Printmedien gelesen werden würden. Die Staatsmedien, von denen immer die Rede ist, kenne ich ehrlicherweise nicht. Ich versuche, auf dem Laufenden zu Bleiben über die Berichterstattung im Kommersant, Der Novaya Gazeta und dem Sender Business FM. Das mögen in Russland kaum wahrgenommene Medien sein, aber dennoch habe ich den Eindruck, dass dort relativ differenziert berichtet wird und teilweise in auch für deutsche Medien vorbildlicher Weise versucht wird, unvoreingenommen über die politische Lage in Russland – und nicht nur seit dem Krieg in der Ukraine – zu berichten.

    Ich denke also einerseits, dass die Anti-Putin-Berichterstattung nicht hilfreich ist, die im Moment ablaufende Dynamik zwischen der russischen Regierung und den Separatistenregimen zu verstehen und eine pragmatische Sichtweise auf den Konflikt zu gewinnen.
    Und andererseits scheint mir auch das Russland-Bild insgesamt in den letzten Jahrzehnten so verzerrt worden zu sein, dass ich teilweise den Eindruck habe, dass die europäischen Gesellschaften da schon einmal sehr viel weiter waren.

    Mit freundlichen Grüßen und nochmals herzlichen Dank für Ihre Stellungnahme,

    Söhnke Grothusen

    • Freise sagt:

      Lieber Herr Grothusen,
      natürlich habe ich mich nicht an einer politischen Analyse versucht, das können andere besser. Mein Anliegen war weitaus bescheidener – ich wollte darlegen, dass Russland verstehen nicht Putin verstehen heißt und dass ich mir meine Verehrung für die russische Kultur nicht nehmen lasse, und dass es diese Kultur ist und die Menschen, die sie pflegen, denen ich mich verbunden fühle. Zu den russischen Medien – ja auch ich informiere mich aus anderen Quellen, schaue aber doch, wenn ich in Russland bin, die Nachrichten der staatlichen Kanäle, damit ich weiß, wie die Propagandamaschine funktioniert. Das schlimme ist, dass in der russischen Intelligenzia selbst Leute, die auf Distanz zu Putin stehen, z.B. die „Novaja Gazeta“ für ein Instrument der Gegenpropaganda halten und nicht für ein Organ der Aufklärung und Richtigstellung. Die Menschen haben den Glauben an die Möglichkeit der Wahrheit verloren – kann es etwas schlimmeres geben?

  68. Tatiana Gaidamaka sagt:

    Herzlichen Dank von russischsprechende Ukrainerin!!!
    Prof Tatiana Gaidamaka< Odessa, Ukraine

  69. Thorsten Müller sagt:

    Eigentlich reicht als Kommentar zu diesem offenem Brief ein einziges Wort: DANKE!
    Endlich jemand der der unerträglichen Putinpropaganda von Frau Krone-Schmalz fachlich versiert die Maske vom Gesicht reißt.

  70. Felix Hau sagt:

    Lieber Herr Professor Freise,

    ich möchte mich einfach nur bedanken. Das ist das Beste, was ich seit Langem zum Thema gelesen habe.

    Herzliche Grüße,
    Felix Hau

  71. Vielen Dank für die klaren Worte! Sie sind nach den Auftritten von Frau Krone-Schmalz in TV-Talkshows üerfällig. Man fragt sich ,wie es zu solchem „Russland-Verstehen“ aufkosten jeder historischen Einsicht kommen kann. Schade, dass Sie nichtnäher auf das Buch eingegangen sind.

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